Zürcher Linke starten neuen Anlauf für kantonale Pflegefachperson
SP, Grüne und AL fordern in einem Vorstoss erneut die Einführung einer kantonalen Pflegefachperson. Diese soll die Perspektive der Pflegeberufe auf strategischer Ebene vertreten - nach dem Vorbild der Kantonsärztin. In der vergangenen Budgetdebatte fand das Anliegen kein Gehör.
(Keystone-SDA) Mit der kürzlich eingereichten Motion wollen SP, Grüne und AL die Regierung beauftragen, im Gesundheitsgesetz die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, um die Funktion einer kantonalen Pflegefachperson zu verankern und diese Stelle organisatorisch in der Gesundheitsdirektion zu etablieren.
Obwohl der Kanton Zürich über eine starke Gesundheitsdirektion und das Amt für Gesundheit verfüge, fehle bislang eine eigenständige, fachlich spezialisierte Instanz, welche die Perspektive der Pflegeberufe auf strategischer Ebene vertrete, heisst es in der Motion.
Eine kantonale Pflegefachperson sei notwendig, um Leistungserbringer im Pflegebereich zu beaufsichtigen. Denn nur diese verfüge über die fachliche Kompetenz, um die Qualität, Sicherheit und Gesetzeskonformität der Pflegeleistungen sachgerecht zu beurteilen, sind die Motionärinnen überzeugt.
Angesichts der Grösse und Bedeutung des Kantons Zürich sei diese Funktion ein «notwendiger und zeitgemässer Schritt», um die pflegerische Versorgung nachhaltig sicherzustellen.
Anliegen in Budgetdebatte abgelehnt
Bereits an der Budgetberatung im Kantonsrat vom vergangenen Dezember hatten linke Fraktionen einen entsprechenden Antrag gestellt. Der Rat aber lehnte die geforderte Stelle deren Finanzierung 170’000 Franken gekostet hätte, deutlich ab.
Applaus sei nicht genug, hiess es. Es brauche dringend eine Person innerhalb der Gesundheitsdirektion, die die Anliegen der Pflege verstehe und ihre Sprache spreche. Eine Kantonspflegerin würde als Schnittstelle zwischen Pflege, Politik und Behörde fungieren.
Nicht nur die Ratsmehrheit sondern auch die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) kritisierte damals das Vorhaben: «Sie tun nun so, als ob wir keine Pflegeexperten hätten.» Dem sei nicht so. Eine Kantonspflegerin bringe keinen Mehrwert.
Die Ratslinke zeichne ein Bild von total überstrapazierten Pflegenden, die rund um die Uhr an den Betten stünden, sagte Rickli. Und: «Diese Zeiten sind vorbei. Und gut sind sie vorbei. » Es gebe zwar weiterhin Herausforderungen, die gelöst werden müssten. Doch sie wünsche sich, dass anerkannt werde, was bereits geleistet worden sei.