AKTIEN FRANKFURT/Ausblick: Freundlich – Warten auf US-Arbeitsmarktdaten
FRANKFURT (awp international) – Der deutsche Aktienmarkt wird am Freitag freundlich erwartet. Eine leicht positive Vorgabe der Wall Street dürfte den Markt stützen, der sich aber vor US-Daten am Nachmittag kaum bewegen dürfte. Der X-Dax stand um 8.10 Uhr bei 5.484 Punkten um 0,07 Prozent über dem Dax-Schluss am Vortag. Am Vortag hatte sich der Leitindex noch um 0,67 Prozent erholt. Der X-Dax zeigt auf der Basis des Dax-Futures den ausserbörslichen Dax-Stand an.
Nach der Zahlenflut der vergangenen Tage dürfte der deutsche Aktienmarkt zunächst einige Ermüdungserscheinungen zeigen – vor dem am Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Oktober dürften sich die Investoren spürbar zurückhalten, erklärte Marktanalyst Ben Potter von IG Markets. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl ausserhalb der Landwirtschaft um 175.000 nach minus 263.000 im Vormonat. Die Vorgaben für den Aktienmarkt sind unterdessen positiv: Wieder aufkeimender Konjunkturoptimismus hatte den Dow Jones am Donnerstag zum ersten Mal seit gut zwei Wochen wieder über 10.000 Punkten schliessen lassen. Der Future auf den US-Leitindex gewann seit dem Xetra-Schluss am Vortag sehr moderate 0,09 Prozent.
Auf Unternehmensseite rücken die Zahlen der Deutschen Börse vom Vorabend sowie der Quartalsbericht der Hannover Rück in den Fokus. Der Frankfurter Börsenbetreiber hat am Vorabend Zahlen vorgelegt, die nach Einschätzung von Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade «schwächer als erwartet» ausgefallen sind. Bei Lang & Schwarz verloren die Titel daraufhin vorbörslich knapp ein Prozent. Zuletzt hatten bereits Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung ausgereicht, sagte Lipkow, um die Aktien innerhalb kurzer Zeit von über 62 Euro auf das jetzige Kursniveau von 55 Euro zu drücken. Allerdings zähle das dritte Quartal traditionell zu den schwächeren. Die Börse habe es dieses Mal besonders schwer gehabt, nachdem das Vorjahresquartal aufgrund extrem hoher Ordervolumen ein absolutes Rekordquartal gewesen sei.
Die Zahlen der Hannover Rück konnte dagegen mit seiner Bilanzvorlage positiv überraschen. Bis auf die Bruttoprämien seien die Zahlen insgesamt über den Erwartungen reingekommen, sagte ein Börsianer am Morgen. Vor allem der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe gut ausgesehen. Darüber hinaus hob der Rückversicherer seine Prognose und kündigte eine Dividende von zwei Euro je Aktie an, was ebenfalls sehr gut klinge. Die zuletzt in den MDax abgestiegenen Papiere gewannen vorbörslich fast drei Prozent.
Beiersdorf sollten unterdessen laut Händlern kaum auf die Zahlen des Konkurrenten L’Oreal reagieren. Die Umsätze des französischen Kosmetikkonzerns sind im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis wieder gestiegen. Zwar rechnen die Franzosen damit, dass sich dieser Trend im vierten Quartal fortsetze, eine weltweite Nachfragebelebung sehen sie aber nicht. K+S sollten ebenfalls auf die Beobachtungsliste kommen. Ein Händler verwies auf die Zahlen des US-Konkurrenten Intrepid Potash vom Vorabend. Der Düngemittelkonzern hatte mit seinem Gewinn je Aktie die Markterwartungen genau getroffen. Intrepid sehe aber hoffnungsvolle Zeichen.
Fuchs Petrolub legte unterdessen für die ersten neun Monate endgültige Zahlen vor, die einem Börsianer zufolge «ohne grosse Überraschung» geblieben sind. Der Schmierstoff-Hersteller peilt bei seinem operativen Gewinn eine geringere Lücke zum Vorjahr an als bisher erwartet. Der Umsatzrückgang sollte sich im Schlussquartal im Vergleich zu den drei ersten Quartalen deutlich verlangsamen, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Freitag mit. Dem Börsianer zufolge sind die endgültigen Zahlen «einen Hauch besser als die vorläufigen», aber das sollte vernachlässigbar sein./fat/dr