AKTIEN FRANKFURT/Markt dreht ins Plus – Fondsmanagerin: ‚Ifo hilft‘
FRANKFURT (awp international) – Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag seine früheren Verluste abbauen können und hat den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Der Dax notierte bei 5.803,73 Zählern um 0,04 Prozent fester. Zuvor war der Leitindex bis auf 5.746,16 Zähler abgesackt. Der MDax gewann 0,01 Prozent auf 7.371,33 Punkte und für den TecDax ging es um 0,61 Prozent auf 783,99 Zähler aufwärts.
Laut Nicole Strebinger, Senior Fund Managerin bei der Meinl Bank in Wien, half vor allem der besser als erwartet ausgefallene Ifo-Index, die Stimmung im Handelsverlauf aufzuhellen. «Der war ausschlaggebend für das Sentiment.» Zudem seien in der Euro-Zone die Auftragseingänge der Industrie besser als erwartet ausgefallen. «Es ist noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen, aber es war auf jeden Fall gut, dass die Daten besser als erwartet ausgefallen sind.»
Nach Zahlen des Münchner ifo Instituts vom Dienstag hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im November deutlich aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 92,0 Punkten im Vormonat auf 93,9 Punkte. Die Markterwartungen wurden deutlich übertroffen. Die kräftig verbesserte Unternehmensstimmung in Deutschland weckte Hoffnungen auf ein länger anhaltendes Wachstum in Deutschland. Die für das kommende Jahr erwartete Wachstumsverlangsamung könnte sich verzögern, kommentierte die Commerzbank den abermaligen Anstieg des ifo-Geschäftsklimas im November. Die deutsche Wirtschaft könnte auch in den ersten drei Monaten 2010 noch einmal deutlich wachsen.
Bankenwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank gehörten nicht zuletzt wegen der Kapitalbeschaffung der Lloyds Banking Group zu de Verlierern am Markt. Papiere der Deutschen Bank fielen um 1,46 Prozent auf 50,205 Euro und Commerzbank gaben um 2,33 Prozent auf 6,510 Euro nach. Die angeschlagene britische Bank lockt die Investoren bei ihrer anstehenden Kapitalerhöhung mit einem hohen Abschlag, was Börsianer tendenziell negativ bewerteten. Lloyds teilte mit, die neuen Aktien würden zu 37 Pence das Stück angeboten. Das sind 59,5 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Montag. Wie bereits bekannt, will Lloyds insgesamt 13,5 Milliarden Pfund (15 Milliarden Euro) bei einer der grössten Kapitalerhöhungen der Wirtschaftsgeschichte einnehmen. Zudem verwiesen Händler auf einen Bericht der Ratingagentur S&P, wonach fast alle der weltweit grossen Banken nicht genügend Kapital besitzen, um ihre Handels- und Investmentaktivitäten damit abzusichern.
Titel von MAN fielen um 1,39 Prozent auf 58,87 Euro. Börsianern zufolge bleibt die Aktie wegen dem von Analysten diskutierten Weggang von Konzernchef Hakan Samuelsson, der am Vortag seinen Posten geräumt hatte, weiter im Blick. Die Experten der Deutschen Bank beispielsweise werteten den Rücktritt negativ.
Ferner legten noch Nachzügler wie Nordex , Pfleiderer und Cewe Color Holding Zahlen vor. Beim Windkraftanlagenbauer Nordex fielen sie laut einer Händlereinschätzung wie erwartet aus. Zudem habe das Unternehmen seine Prognose für 2009 bestätigt und für 2010 eine Erholung des Marktes vorhergesagt, fügte der Börsianer hinzu. Das würde positiv betrachtet werden. Die Aktien notierten nach einem uneinheitlichen Verlauf zuletzt um 1,28 Prozent fester bei 11,04 Euro.
Pfleiderer blieb derweil hinter den Erwartungen zurück, sagten Börsianer. Die Anteilsscheine fielen als eines der MDax-Schlusslichter um 1,78 Prozent auf 7,19 Euro. Der Möbel- und Bauzulieferer schrieb im dritten Jahresviertel wegen der anhaltenden Nachfrageflaute infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise erneut rote Zahlen. Cewe Color hielten sich indes konstant im Minus bei 22,66 Euro und damit um 0,74 Prozent schwächer.
Centrotherm Photovoltaics gehörten dank einer Hochstufung mit plus 5,38 Prozent auf 39,20 Euro zu den besten TecDax-Werten . Merrill Lynch hatte mit Verweis auf die steigende Auftragsdynamik das Votum für die Titel des Photovoltaik-Zulieferers von «Neutral» auf «Buy» und das Kursziel von 33 auf 42 Euro angehoben. Der Auftragseingang habe sich nach einem Tiefpunkt im zweiten Quartal im Folgequartal etwas erholt und die Installation von Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen zwei Quartalen deutlich zugenommen, begründete Analyst Claus Roller die Neubewertung der Aktie./rum/la