AKTIEN FRANKFURT/Schluss: Uneinheitlich – Dax über 6.000-Punkte-Marke
FRANKFURT (awp international) – Am Montag nach der Weihnachtspause ist der Dax erstmals seit September 2008 über die viel beachtete Marke von 6.000 Punkten geklettert. In der Folge pendelte der Leitindex in einem ruhigen Börsengeschehen um diese Marke und schloss – gestützt von leichten Kursgewinnen an der Wall Street – 0,76 Prozent höher bei 6.002,92 Zählern. Der MDax rutschte nach frühen Gewinnen etwas ab und rettete ein Plus von 0,14 Prozent auf 7.483,04 Punkte ins Ziel. Der TecDax drehte ins Minus und schloss 0,82 Prozent tiefer bei 805,71 Zählern.
Börsianer wollten den 6.000 Punkten beim Dax nicht zu viel fundamentale Bedeutung beimessen. «Viele Marktteilnehmer sind in den Winterferien und die aktuelle Kursentwicklung geht auf Window-Dressing-Massnahmen zurück», sagte ein Händler. Dabei kaufen Fonds-Managern zuvor gut gelaufene Werte, um diese zum Jahresende in ihren Depots zu haben. Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sagte indes: «Die Psychologie hat gesiegt. Die endlich erreichte 6.000-Marke ist ein deutlich positives Stimmungssignal.» Natürlich sei auch Window Dressing im Spiel. «Dennoch ist das Ganze auch ein Signal an das nächste Jahr: Man will noch weiter nach oben.»
Grösste Gewinner im Leitindex waren Papiere des Versorgers Eon mit einem Plus von 1,79 Prozent auf 29,06 Euro. Nach dem versuchten Terroranschlag in den USA liefen dagegen Luftfahrt-Aktien wie die der Lufthansa und Fraport wie von Händlern erwartet der Marktentwicklung hinterher. Lufthansa-Papiere gaben um 0,17 Prozent nach auf 11,935 Euro, Fraport büssten im MDax 0,34 Prozent auf 35,50 Euro ein. In den USA konnte am ersten Weihnachtsfeiertag ein Terroranschlag auf eine US-Passagiermaschine verhindert werden. In die USA reisende Lufthansa-Passagiere müssen sich nun auf zusätzliche Sicherheitsmassnahmen einstellen. «Vor und hinter den Kulissen gibt es ein paar Änderungen», sagte ein Lufthansa-Sprecher.
MAN-Aktien verloren nach Aussagen des Vorstandschefs des schwedischen Lkw- Herstellers Scania , Leif Östling, 1,23 Prozent auf 53,81 Euro. Der Manager sieht kaum Möglichkeiten, bei einer Allianz mit dem Münchner Konkurrenten kurzfristig Milliarden einzusparen. «Bei einer Fusion von MAN und Scania ist es derzeit unrealistisch, Synergien von einer Milliarde Euro oder gar nur 500 Millionen Euro zu erreichen», sagte Östling der «Welt am Sonntag». Einem Händler zufolge klingen die Aussagen des Scania-Chefs sehr viel vorsichtiger als die Schätzungen einiger Analysten, die ein hohes Synergiepotenzial sähen. Aktien der Merck KGaA verbilligten sich nach einem Presseinterview um 0,49 Prozent auf 64,59 Euro. Demnach prüft der Pharma- und Chemiekonzern Akquisitionen für das Kerngeschäft.
Im TecDax ragten Centrotherm und Nordex mit Gewinnen heraus. Papiere des auf Solarenergie spezialisierten Anlagenbauers verteuerten sich um moderate 0,25 Prozent auf 43,99 Euro, Anteile des Spezialisten für Windkraftanlagen legten sogar um 1,64 Prozent auf 10,52 Euro zu. Am Wochenende hatte das «Handelsblatt» berichtet, dass Deutschland das für 2010 gesteckte Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch bereits übertroffen hat./gl/tw