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AKTIEN FRANKFURT/Standardwerte reduzieren Verluste – ‚ifo hilft‘

FRANKFURT (awp international) – Die deutschen Standardwerte haben am Dienstag ihre frühen Verluste abgebaut und kurzzeitig sogar im Plus notiert. Das US-BIP stieg aber in der zweiten Schätzung etwas weniger stark als erwartet und das schickte den Dax und MDax wieder in negatives Terrain. Der Leitindex notierte zuletzt bei 5.795,81, Zählern um 0,10 Prozent tiefer. Der MDax gab 0,15 Prozent auf 7.359,22 Punkte ab. Der TecDax konnte sich indes im Plus halten und gewann 0,46 Prozent auf 782,76 Zähler hinzu.
Laut Nicole Strebinger, Senior Fund Managerin bei der Meinl Bank in Wien, half vor allem der besser als erwartet ausgefallene Ifo-Index, die Stimmung im Handelsverlauf aufzuhellen. «Der war ausschlaggebend für das Sentiment.» Zudem seien in der Euro-Zone die Auftragseingänge der Industrie besser als erwartet ausgefallen. «Es ist noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen, aber es war auf jeden Fall gut, dass die Daten besser als erwartet ausgefallen sind.»
Nach Zahlen des Münchner ifo Instituts vom Dienstag hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im November deutlich verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 92,0 Punkten im Vormonat auf 93,9 Punkte. Die Markterwartungen wurden deutlich übertroffen. Die kräftig verbesserte Unternehmensstimmung in Deutschland weckte Hoffnungen auf ein länger anhaltendes Wachstum in Deutschland. Die für das kommende Jahr erwartete Wachstumsverlangsamung könnte sich verzögern, kommentierte die Commerzbank den abermaligen Anstieg des ifo-Geschäftsklimas im November. Die deutsche Wirtschaft könnte auch in den ersten drei Monaten 2010 noch einmal deutlich wachsen.
Aktien der beiden Banken Deutsche Bank und Commerzbank sowie die Anteilsscheine des Nutzfahrzeugherstellers MAN bildeten ein Dreiergespann am Ende des Leitindex. Die Finanztitel litten unter anderem unter der Kapitalbeschaffung der Lloyds Banking Group , was den Sektor europaweit belastete. Papiere der Deutschen Bank fielen um 0,96 Prozent auf 50,460 Euro und Commerzbank gaben um 2,40 Prozent auf 6,505 Euro nach. Die angeschlagene britische Bank lockt die Investoren bei ihrer anstehenden Kapitalerhöhung mit einem hohen Abschlag, was Börsianer tendenziell negativ bewerteten. Zudem verwiesen Händler auf einen Bericht der Ratingagentur S&P, wonach fast alle der weltweit grossen Banken nicht genügend Kapital besitzen, um ihre Handels- und Investmentaktivitäten damit abzusichern.
Titel von MAN fielen um 1,59 Prozent auf 58,75 Euro. Börsianern zufolge bleibt die Aktie wegen des von Analysten diskutierten Weggangs von Konzernchef Hakan Samuelsson, der am Vortag seinen Posten geräumt hatte, weiter im Blick. Die Experten der Deutschen Bank beispielsweise werteten den Rücktritt negativ. UBS-Analystin Irene Bermont schrieb, der Rücktritt von Samuelsson dürfte so aufgenommen werden, dass für Volkswagen (VW) die Hindernisse verschwinden, mit der Zusammenführung von MAN und Scania einen europäischen Lastwagenriesen zu kreieren. Andererseits würden Investoren nun voraussichtlich noch sensibler auf die Entwicklungen und Einflüsse der Schmiergeldaffäre blicken.
Henkel gehörten indes zu den Lichtblicken und markierten bei 35,00 Euro ein neues Jahreshoch. Zuletzt rückten die Papiere des Konsumgüterkonzern um 1,86 Prozent auf 34,57 Euro vor. Börsianer sagten, Marktteilnehmer bevorzugten im aktuellen Marktumfeld defensive Titel mit Wachstumscharakter.
Ferner legten noch Nachzügler wie Nordex , Pfleiderer und Cewe Color Holding Zahlen vor. Beim Windkraftanlagenbauer Nordex fielen sie wie erwartet aus. Der Ausblick bleibe hinter den Konsensschätzungen zurück, entspreche aber seinen Schätzungen, schrieb Unicredit-Analyst Michael Tappeiner in einer aktuellen Studie. Zudem hatten Börsianer auf Spekulationen verwiesen, die Quandt-Familie könnte sich von ihren Anteilen an Nordex trennen und sie für 15 Euro je Anteilsschein an Siemens verkaufen. Ein Händler sagte, er glaube diese Marktgerüchte nicht. Vielmehr habe er den Eindruck, dass jemand versuche, den Kurs hoch zu treiben. Die Aktie kletterte um 1,56 Prozent auf 11,07 Euro. Pfleiderer blieb derweil hinter den Erwartungen zurück, sagten Börsianer. Die Anteilsscheine fielen um 1,23 Prozent auf 7,23 Euro. Cewe Color hielten sich indes konstant im Minus bei 22,66 Euro und damit um 0,74 Prozent schwächer.
Centrotherm Photovoltaics gehörten dank einer Hochstufung mit plus 4,89 Prozent auf 39,02 Euro zu den besten TecDax-Werten . Merrill Lynch hatte mit Verweis auf die steigende Auftragsdynamik das Votum für die Titel des Photovoltaik-Zulieferers von «Neutral» auf «Buy» und das Kursziel von 33 auf 42 Euro angehoben. Der Auftragseingang habe sich nach einem Tiefpunkt im zweiten Quartal im Folgequartal etwas erholt und die Installation von Photovoltaik-Anlagen in den vergangenen zwei Quartalen deutlich zugenommen, begründete Analyst Claus Roller die Neubewertung der Aktie./rum/gl

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