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Ein trockenes Feld von oben

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Heute hat der Herbst offiziell begonnen, und nicht wenige Menschen hoffen, den heiss-trockenen Sommer dieses Jahres hinter sich lassen zu können – vielleicht bei einer Tasse Tee gemütlich auf dem Sofa, während draussen der Regen den Feldern und Flüssen Erleichterung verschafft.

Diese Menschen müssen sich laut MeteoSchweiz in Geduld üben.

Gute Lektüre.

Eine ausgetrocknete Anlegestellt von oben
Gestrandete Boote am Lac de Brenets an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich – eines der symbolträchtigsten Bilder dieses Sommers. Keystone / Peter Klaunzer

Die Rekorddürre dieses Jahres könnte sich in den kommenden Wochen noch weiter fortsetzen ‒ insbesondere für Landwirtschaft und Fischerei ein Anlass zur Sorge.

Sollten sich die Vorhersagen von MeteoSchweiz als richtig erweisen, wäre der Zeitraum zwischen April und September der trockenste seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1864. Bei RTS fasst ein Landwirt die Befürchtungen seiner Branche zusammen: «Wenn das Wasser fehlt, wird die Herbstaussaat nicht keimen», was das Risiko einer geringeren Ernte im Jahr 2027 mit sich bringt. Dieser Hitzesommer hat der Landwirtschaft Verluste verursacht, die der Schweizer Bauernverband auf 522 Millionen Franken schätzt.

Ein Fischer erinnert daran, dass den ganzen Sommer über Notabfischungen notwendig waren, um die Fische an Orte mit reichlich Wasser zu bringen und so das Fischsterben einzudämmen. Sollte der Wassermangel anhalten, bestehe die Gefahr, dass in den kleinen Flüssen kein Fischfang mehr möglich sei. Nach Angaben des Schweizerischen Fischereiverbandes wird es mehrere Jahre dauern, bis sich die betroffenen Ökosysteme wieder erholt haben.

Adrian Michel von MeteoSchweiz betont: «Drei Monate lang hat es nicht geregnet. Wenn die Niederschläge in den nächsten drei Monaten im Normbereich liegen, würde sich das Defizit nicht weiter verschlimmern – aber um es auszugleichen, wären drei Monate mit doppelt so vielen Niederschlägen wie durchschnittlich nötig.»

Granit Xhaka im Stadion
Granit Xhaka nach dem Sieg der Nationalmannschaft gegen Kolumbien an der WM im Juli. Keystone / Peter Klaunzer

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft muss in den nächsten vier Spielen der Nations League auf ihren Kapitän verzichten. Die Entscheidung wurde getroffen in Absprache zwischen dem Schweizer Fussballverband und Granit Xhaka, der am Montag zugab, im Jahr 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat erworben zu haben.

Der Blick hatte am Freitag über die Angelegenheit berichtet, und heute hat Xhaka die Vorfälle öffentlich bestätigt, sein Verhalten als «Fehler» bezeichnet und sich entschuldigt. «Ich hatte tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff und war von Angst und Unsicherheit geplagt», erklärte er auf Instagram. In diesem «emotionalen Zustand grosser Verunsicherung» habe er sich ein gefälschtes Impfzertifikat besorgt, «anstatt meine Zweifel über die vorgesehenen Kanäle zu klären».

Rechtlich gesehen droht ihm eine hohe Geldstrafe. Was seine Zukunft in der Nationalmannschaft angeht, haben die Diskussionen gerade erst begonnen, und nur die Zeit wird zeigen, ob er seinen Platz behalten wird.

Xhaka ist nicht die einzige prominente Persönlichkeit des Schweizer Sports, die unter den Folgen eines gefälschten Covid-Zertifikats zu leiden hatte. So verlor der Trainer der Eishockey-Nationalmannschaft, Patrick Fischer, seinen Posten und wurde vom internationalen Verband für vier Jahre gesperrt.

Sergio Ermotti
Im Jahr 2023 kehrte Sergio Ermotti an die Spitze der UBS zurück, um die Integration der Credit Suisse zu leiten. Keystone / Georgios Kefalas

Sollte der derzeit im Parlament diskutierte Regierungsvorschlag angenommen werden, «wäre das das schlimmstmögliche Ergebnis». In einem Interview mit der NZZ spricht UBS-Chef Sergio Ermotti über die Debatte über die Eigenmittel systemrelevanter Banken, die darauf abzielt, eine Krise wie die der Credit Suisse zu vermeiden.

Der Bundesrat möchte, dass die UBS eine 100-prozentige Eigenkapitaldeckung für ihre ausländischen Tochtergesellschaften gewährleistet. Sollte dies umgesetzt werden, schätzt Ermotti die Kosten für die Bank auf 3 Milliarden Dollar pro Jahr. «Es ist ein Irrtum zu glauben, dass diese zusätzlichen Kosten allein von den Aktionären getragen werden. Auch Kunden und Mitarbeiter werden darunter leiden», sagt er. Und betont, dass sein Institut alles tun müsse, um eine Rendite zu erzielen, die mit der der internationalen Konkurrenten vergleichbar ist, die, wie der Tessiner hinzufügt, «über die Situation, in der wir uns befinden, hocherfreut sind».

Für Ermotti wäre der von der Wirtschaftskommission des Ständerats ausgearbeitete Vorschlag «erträglich». Dieser sieht vor, dass die ausländischen Tochtergesellschaften der UBS zu 50 % mit Kernkapital der Klasse 1 (CET1) und zu 50 % mit AT1-Anleihen (Additional Tier 1) abgedeckt werden. «Mit einem blauen Auge können wir leben, aber zwei blaue Augen und eine gebrochene Nase sind zu viel», kommentiert er.

Im Interview greift der Manager auch die Behörden an und wirft ihnen vor, aus dem Zusammenbruch der Credit Suisse nicht die richtigen Lehren gezogen zu haben. Ermotti verweist beispielsweise auf die weitreichenden Zugeständnisse, die die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) dem ehemaligen Konkurrenten gemacht habe. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe seiner Meinung nach die Probleme jahrelang ignoriert.

Paketierte Hilfsmittel
Der Schwerpunkt verlagert sich von der Entwicklungshilfe zur humanitären Hilfe. Keystone / Adrian Reusser

Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit wird sich ab 2029 aus 13 Ländern zurückziehen, während mehr Mittel für die humanitäre Hilfe bereitgestellt werden.

Das EDA bestätigte gestern, dass sich die Entwicklungshilfe auf 21 als vorrangig eingestufte Staaten beschränken wird, im Gegensatz zu den derzeitigen 34. Es beabsichtigt, seine Programme vor allem auf Länder mit niedrigem Einkommen zu konzentrieren.

Wie die SonntagsZeitung berichtet, gehören zu den Ländern, in denen die Hilfe wegfallen wird, Nepal, Armenien, Georgien, Simbabwe, Tansania und Tunesien. Auch die Unterstützung für multilaterale Organisationen wird gekürzt und sich auf 18 Organisationen konzentrieren, gegenüber derzeit 24.

Diese Neuausrichtung, mit der ein im Juni vom Bundesrat gefasster Beschluss umgesetzt werden soll, sieht auch die Umschichtung von 330 Millionen Franken pro Jahr von der Entwicklungszusammenarbeit in die humanitäre Hilfe vor.  Die Regierung begründet dies mit der Entwicklung der geopolitischen Lage, dem steigenden humanitären Bedarf und dem begrenzten finanziellen Spielraum des Bundes.

Der Entwurf hat im Parlament heftige Kritik seitens der Vertreter der Linken und der Mitte ausgelöst. Ein derart plötzlicher Rückzug «schadet dem Ansehen der Schweiz» in Ländern, in denen sie seit Jahren aktiv ist, schreibt der sozialdemokratische Nationalrat Fabian Molina im Tages-Anzeiger; seiner Meinung nach macht die Nichtbeteiligung des Parlaments an der Strategie das Vorgehen «trumpmässig». Elisabeth Schneider-Schneiter von der Mitte pflichtet ihm bei und meint, die geografische und finanzielle Neuausrichtung sei «zu wichtig, als dass die Regierung allein darüber entscheiden könnte».

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