Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Krawalle in Frankreich beschäftigen auch die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer vor Ort. Wir schauen nach Paris, wo Landsleute die Unruhen hautnah erleben, und auf die geplanten Jugendstreiks in der Schweiz.
Ausserdem bleibt das Rennen um die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin weiterhin spannend.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre.
Frankreich ist das Land mit der grössten Auslandschweizer-Gemeinschaft. Die aktuellen Demonstrationen und Krawalle beschäftigen deshalb auch viele Schweizerinnen und Schweizer vor Ort. Im Blick erzählen sie, wie sie die Unruhen in Paris erleben. Gleichzeitig wollen zwei Vertreter der Schweizer Juso den Protest in die Schweiz tragen.
Gut 12’000 Schweizerinnen und Schweizer leben in Paris. Die Galeristin Esther Woerdehoff erlebt die Krawalle hautnah und sorgt sich um die Zukunft der Stadt, wie sie dem Blick erzählt. Auch ein Schweizer Student gerät mitten ins Geschehen. Andere Stimmen betonen, dass die Anliegen der überwiegend friedlichen Demonstrierenden nicht hinter den Gewalttaten einer Minderheit verschwinden dürften.
Zwei Vertreter der Juso Schweiz nahmen in Paris an der Grossdemonstration teil. Sie befanden sich in Paris, weil sie gemeinsam mit 27 Organisationen aus mehr als zehn Ländern einen internationalen Jugendstreik planten. Am 20. November sollen nun auch in mehreren Schweizer Städten Kundgebungen gegen Militarisierung und Sparpolitik stattfinden. Die Juso rechnet dabei nicht mit einer Eskalation wie in Frankreich.
Nach den Ausschreitungen vom Wochenende reagiert die französische Regierung mit lokalen Ausgangssperren. Premierminister Sébastien Lecornu spricht von Chaos in den städtischen Zentren und macht eine Bewegung aus dem ultralinken Spektrum für die Gewalt verantwortlich. Unterdessen ist auch ein möglicher antisemitischer Hintergrund einzelner Angriffe Thema: Für gezielte Brandstiftungen gegen jüdische Geschäfte gibt es bislang keine bestätigten Belege.
Das Rennen um die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin wird für die SVP zunehmend zur Herausforderung: Mit der Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli verzichtet eine weitere prominente Politikerin auf eine Kandidatur.
Rickli begründet ihren Entscheid mit ihrer Verantwortung im Kanton Zürich. Im kommenden Frühling stehe ein grosser Wechsel in der Kantonsregierung an. Sie sei zudem die einzige bürgerliche Regierungsrätin, die zur Wiederwahl antrete.
Mit dem Rückzug Ricklis sowie den Absagen von Esther Friedli und Magdalena Martullo-Blocher sind weitere prominente Frauen nicht mehr im Rennen. Als mögliche Gegenkandidaten der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz werden SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi und der ehemalige Parteipräsident Marco Chiesa gehandelt. Auch weitere National- und Ständeräte sowie der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati prüfen eine Kandidatur.
Offen ist, ob Amaudruz auf das offizielle Ticket kommt. Die Anmeldefrist läuft am Freitag ab.
Der Herbst ist da, doch die Folgen des trockenen Sommers sind weiterhin spürbar – sei es bei der Stromproduktion oder im Schulalltag meiner Kinder.
Die Trockenheit im Sommer 2026 wirkt sich auf die Schweizer Wasserkraft aus. Weil der Rhein deutlich weniger Wasser führt, produziert das Laufkraftwerk Birsfelden im Kanton Basel-Landschaft rund 30 Prozent weniger Strom als im langjährigen Vergleich.
Das grösste Laufkraftwerk der Schweiz versorgt rund 150’000 Haushalte im Grossraum Basel. Der Rhein führte zeitweise bis zu 65 Prozent weniger Wasser als üblich. Auch der Energieversorger aus Bern, die BKW Energie AG, meldet für das erste Halbjahr eine deutlich unterdurchschnittliche Stromproduktion.
Trotz der zunehmenden Sommertrockenheit plant der Kanton Basel-Landschaft sechs kleine Laufkraftwerke an Birs und Ergolz. Ob sich solche Anlagen lohnen, hängt laut einer Hydrologin vom Standort und der künftigen Wasserführung ab.
Wie lange uns die Folgen der Hitze beschäftigen werden, zeigt sich auch bei mir zu Hause: Die Schule meiner Kinder hat aus Sicherheitsgründen alle Waldbesuche bis mindestens im Frühling abgesagt – wegen der Gefahr herabfallender Äste. Erst danach lässt sich abschätzen, welche Bäume die Hitze unbeschadet überstanden haben.
Drei Soldaten der Schweizer Armee befinden sich nach einem Bootsunfall weiterhin im Spital.
Drei Armeeangehörige sind bei einer militärischen Übung auf dem Vierwaldstättersee bei Gersau, Kanton Schwyz, mit einem Ausbildungsboot verunfallt. Alle drei wurden verletzt und befanden sich auch am Dienstag noch im Spital.
Der Unfall ereignete sich am Montag gegen 19 Uhr. Betroffen waren drei Soldaten der Genie-Rekrutenschule 73, die sich auf einem Boot der Marke Ribcraft befanden. Einer der Verletzten wurde mit der Rega nach Luzern geflogen. Die beiden anderen brachte man mit Ambulanzen ins Spital.
Wie es zum Unfall kam, ist noch unklar. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung eingeleitet. Im Einsatz standen unter anderem die Militärpolizei, die Kantonspolizei Schwyz und die Seerettung der Feuerwehr Ingenbohl.
Mehr Swissinfo-Artikel in Ihren Google-Ergebnissen sehen. Weitere Informationen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards