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Eheringe auf weissem Kissen

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Dieses Jahr war ich nur an eine einzige Hochzeit eingeladen, obwohl es in meinem Freundeskreis diverse unverheiratete Paare gibt. Viele von ihnen machen um den Hafen der Ehe aber lieber einen grossen Bogen.

Damit liegen sie im Trend, wie die neusten Daten bestätigen. Doch etwas hat sich beim Heiraten seit Jahrzehnten nicht geändert. 

Herzliche Grüsse aus Bern

Frau in Hochzeitskleid und Mann in Anzug auf einem Laufsteg
Frauen und Männer heiraten in der Schweiz immer später im Leben. Keystone / Christian Beutler

In der Schweiz wird immer seltener und immer später geheiratet. Eine neue Datenauswertung zeigt, wie stark sich die Ehe verändert hat – und was über die Jahrzehnte gleichgeblieben ist. 

Sind Sie verheiratet? In der Schweiz ist die Ehe dieses Jahr ein grosses Thema, zumindest an der Urne, wo wir Ende November zum zweiten Mal über die Heiratsstrafe abstimmen werden.  

Die Debatte um die Ehe ist stets eine emotionale, doch ihre Bedeutung bröckelt. Das zeigen die Daten, welche die Tamedia-Zeitungen ausgewertet haben. Zwar ist heute immer noch knapp die Hälfte der Bevölkerung verheiratet. Doch viele Frauen und Männer heiraten spät oder gar nicht, oder lassen sich wieder scheiden. 41% aller Ehen werden heute geschieden, in den 1960er-Jahren waren es 12%. 

In den 1950er-Jahren haben fast alle Menschen in der Schweiz vor ihrem 50. Geburtstag geheiratet. Heute ist es nicht einmal mehr die Hälfte. Auch das Heiratsalter ist gestiegen: Frauen heiraten heute erstmals mit durchschnittlich 30,7 Jahren, Männer mit 32,4 Jahren – Mitte der 1980er-Jahre waren es noch 26 beziehungsweise 29 Jahre. Auf etwas setzen Ehepaare jedoch über alle Jahrzehnte konstant: Der Mann ist in der Ehe meist der Ältere – um etwa zwei bis drei Jahre. 

Rémy Wyssmann mit dem Handy am Ohr
Das Bundesratsamt ruft und Rémy Wyssmann hat geantwortet. Keystone / Peter Schneider

Seit heute hat die SVP einen zweiten Bundesratskandidaten. Warum tut sich die grösste Partei der Schweiz so schwer bei der Suche nach einer Nachfolge für Guy Parmelin? 

Vor einem Jahr hatte die Mitte Mühe, Nachfolger:innen für ihre abtretende Bundesrätin Viola Amherd zu finden. Nun geht es der um einiges grösseren SVP genau gleich, wie überall im Land zu lesen und zu hören ist. 

Der Tages-Anzeiger zählt 98 SVP-Politiker:innen, die in Frage kommen würden; Nationalrätinnen, Ständeräte und Mitglieder der Kantonsregierungen. Doch der Andrang hält sich in Grenzen. Nach der Genferin Céline Amaudruz hat nun noch der Solothurner Nationalrat Rémy Wyssmann seine Kandidatur bekanntgegeben. Wyssmann ist seit 2023 Nationalrat und vor allem als scharfer Kritiker der Corona-Politik des Bundes aufgefallen. 

Warum fällt es der SVP so schwer, geeignete Kandidat:innen zu finden? Laut Politologin Sarah Bütikofer haben es Polparteien schwerer, Personen aufzustellen, die auch ausserhalb der eigenen Reihen mehrheitsfähig sind. Dazu kommt, dass das Bundesratsamt mit seiner hohen Arbeitsbelastung und der ständigen öffentlichen Aufmerksamkeit an Attraktivität verloren hat. Die kantonalen SVP-Sektionen können noch bis Freitag Kandidaturen einreichen. 

Logo der Publica Pensionskasse
Die Pensionskasse Publica ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Keystone / Peter Klaunzer

Hacker stehlen Daten von Tausenden von Verwaltungsangestellten – auch Geheimdienstmitarbeitende sind betroffen. 

Die berüchtigte Hackergruppe Akira hat einen gezielten Angriff auf eine IT-Firma im Kanton Baselland verübt – und dabei Daten mehrerer Pensionskassen gestohlen. Darunter befindet sich die Publica, die Pensionskasse der Bundesangestellten. 

Betroffen sind laut Tages-Anzeiger weit über 100’000 aktuelle und ehemalige Bundesangestellte, vom Putzpersonal über Verwaltungsangestellte bis zu alt Bundesrät:innen. Gestohlen wurden unter anderem Privatadressen, AHV-Nummern, Lohndaten und teilweise Bankverbindungen. Auch Geheimdienstmitarbeitende sind dabei, die nun mit den Daten identifiziert und lokalisiert werden können. Eine Taskforce des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik spricht von einer «Gefahr für Leib und Leben». 

Die Hackergruppe fordert nun Lösegeld und droht andernfalls mit der Veröffentlichung oder dem Verkauf der gestohlenen Daten. Erste betrügerische Kontaktversuche im Zusammenhang mit der Publica wurden bereits festgestellt. Die Bundesanwaltschaft führt ein Strafverfahren. 

Weinberg mit See im Hintergrund
Wein vom Genfersee wird auch in Japan gern getrunken (Symbolbild). Keystone / Jean-Christophe Bott

Während Schweizer Wein im Inland unter Druck steht, verkauft ein Waadtländer Winzer erfolgreich seine Weine in Asien. Nun hat er einen neuen Markt im Visier. 

In der Schweiz wird nicht nur weniger geheiratet, sondern auch weniger Wein getrunken. Einheimische Winzer:innen müssen sich dazu noch gegen die ausländische Konkurrenz behaupten. Der Waadtländer Winzer Cyril Séverin hat den Spiess umgedreht: Er verkauft einen Drittel seiner Weine ins Ausland. 

Dafür hat er vor zwanzig Jahren hohe Investitionen getätigt, etwa in Japan eine Weinhandelsgesellschaft gegründet, wie SRF berichtet. Dies zahlt sich jetzt aus, pro Jahr schickt er 8000 Flaschen nach Japan. Dort erhält er für einen Chasselas 28 Franken – in der Schweiz 20. Auch nach China, Hongkong und Indonesien exportiert er seinen Wein. Dank Freihandelsabkommen lohnt sich das für Séverin. 

Amerikanische Tourist:innen, die sein Weingut in Lutry über dem Genfersee besuchen, bedauern jeweils, dass sie seine Weine zuhause nicht trinken können. Doch die hohen Einfuhrzölle würden den Wein in den USA zu teuer machen. Doch Séverin schielt auf ein anderes Land ennet dem Atlantik: Brasilien. Er hofft, dass mit dem Mercosur-Abkommen auch dort die Importzölle sinken. 

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