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Baselbieter Landrat für Gegenvorschlag bei Berufsorientierung

Keystone-SDA

Der Baselbieter Landrat hat am Donnerstag eine Initiative der Wirtschaftskammer zur Berufsbildung und den Gegenvorschlag in erster Lesung behandelt. Es ist möglich, dass die Initiative zurückgezogen wird.

(Keystone-SDA) «Man kann tatsächlich sagen, dass eine riesige Entwicklung in den letzten Jahren in die Richtung stattgefunden hat, die die Initiative fordert», sagte SVP-Fraktionssprecher Peter Riebli. Seine Partei unterstütze den Gegenvorschlag einstimmig.

Ernst Schürch (SP) kritisierte die Initiative als unklar. Um Teile des Unterrichts zu übernehmen, müssten die Organisationen der Arbeitswelt (ODA) über ausgebildete Lehrkräfte verfügen. Zudem sei die Wirtschaft schon ausreichend im Bildungsrat vertreten. Die SP lehne die Initiative ab und stimme dem Gegenvorschlag zu.

Auch die Fraktionssprecher von FDP und Mitte anerkannten die bisherige Entwicklung und sprachen sich für den Gegenvorschlag aus. Und die Sprecherinnen der Grünen-EVP und der GLP schlossen sich dieser Position an. Die Schlussabstimmung findet in der zweiten Lesung in der nächsten Sitzung statt.

Initiative verlangt Zusammenarbeit

Die Initiative «Stärkung der beruflichen Orientierung: Praxisnahen Unterricht fördern» der Wirtschaftskammer ist im September 2025 mit 1650 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Mit ihr wird eine Änderung des Bildungsgesetzes verlangt. Demnach sollen die Sekundarschulen im Kanton mit ODA zusammenarbeiten, insbesondere beim Unterricht für die berufliche Orientierung.

Konkret soll die berufliche Orientierung «stets praxisnahe und mit angemessenem Fokus auf die Karrierechancen mit einem Berufsbildungsabschluss ausgestaltet» werden, wie es im Initiativtext heisst. Ferner sollen die ODA bei der Erarbeitung der Lernhinhalte beigezogen und Teile dieses Unterrichts von «Exponenten aus der wirtschaftlichen Praxis bestritten» werden.

Initiative könnte zurückgezogen werden

Die Regierung lehnt die Initiative ab. Die berufliche Orientierung sei bereits heute ein zentraler Bestandteil der Sekundarschule. Der Regierungsrat sieht keinen Mehrwert gegenüber bestehenden Strukturen und sorgt sich um die Ausgewogenheit und Unabhängigkeit des schulischen Bildungsauftrags, wie er in seiner Vorlage schrieb.

Die Exekutive hat einen Gegenvorschlag ausgearbeitet. Dieser sieht ebenfalls eine gesetzliche Festschreibung zwischen Sekundarschulen und ODA vor, diese solle aber vom Bildungsrat geregelt werden, hiess es. Unterstützung und Koordination übernehme die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD). Zudem solle eine Rechtsgrundlage für Beiträge durch den Kanton an Dritte, die sich an der beruflichen Orientierung beteiligen, geschaffen werden.

Die vorberatende Bildungs-, Kultur- und Sportkommission (BKSK) ergänzte nach Absprache mit dem Initiativkomitee und der BKSD den Gegenvorschlag um den Passus, dass der Bildungsrat seine Vorgaben für die Zusammenarbeit nach Anhörung der massgeblichen ODA erlassen soll. Daraufhin stellte das Komitee einen Rückzug der Initiative in Aussicht, sollte der so formulierte Gegenvorschlag das Vierfünftelmehr im Landrat erreichen.

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