Beltrametti fühlt sich auf dem Monoskibob frei
Für Silvano Beltrametti ist das Freiheitsgefühl beim Monoskibobfahren das gleiche wie früher beim Skifahren. Mit seinem Schicksal hadert der querschnittgelähmte, ehemalige Skirennfahrer nicht, wie aus einem Interview mit der "Schweiz am Wochenende" hervorgeht.
(Keystone-SDA) In der Abfahrt von Val d’Isère im Jahr 2001 stürzte Beltrametti und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. «Die Querschnittslähmung war das kleinere Problem», sagt der Bündner in dem am Samstag veröffentlichten Interview. «Als ich da lag, war mir bewusst: Ich muss wach bleiben, sonst sterbe ich», erinnert er sich. Er habe sich schon in den ersten Minuten nach dem Unfall gesagt, dass er leben wolle.
Und wie Beltrametti das tut. «Ich versuche, einmal in der Woche Ski zu fahren, ausser in der knallharten Zeit.» Zusammen mit seiner Frau Edwina führt er ein Berghotel oberhalb der Lenzerheide. Auf dem Monoskibob verspüre er Zufriedenheit und tiefes Glück.
Im Sommer düst der Hotelier mit dem Handbike durch die Gegend, auf die Jagd geht er mit einem Quadtöff. Er sage sich immer, dass alles auch viel schlimmer sein könnte. «Es könnte auch sein, dass ich ganz aufs Skifahren verzichten müsste.»
Natürlich habe er manchmal zum Himmel hochgeschaut und die Frage nach dem Warum gestellt, sagt der gläubige Bündner. «Der da oben» habe etwas anderes mit ihm vorgehabt, ist er überzeugt. «Diese Erfahrung, die ich gemacht habe, ist tausend Mal grösser, als wenn ich den Unfall nicht gehabt hätte», sagt er.