Berliner Philharmoniker begeistern zum Jahresende
(Keystone-SDA) Berlin – Premiere für die Berliner Philharmoniker, Harald Schmidt und die ARD: Das traditionelle Silvesterkonzert wurde am Donnerstag erstmals von dem Entertainer moderiert und vom Ersten übertragen. Die Berliner schickten ihr Publikum mit russischen Klängen ins neue Jahr.
Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Sir Simon Rattle spielten sie das zweite Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow und den zweiten Akt aus dem Ballett «Der Nussknacker» von Peter Tschaikowsky.
Das Publikum in der seit langem ausverkauften Philharmonie feierte nicht nur das Orchester und seinen Dirigenten frenetisch, sondern auch den Solisten des Abends, den chinesischen Starpianisten Lang Lang.
Für sein zwischen entrückt, verzückt und ekstatisch wechselndes Spiel erhielt er langen Beifall und Blumen aus dem Publikum, für die er sich mit Handkuss bedankte.
Nach dem in Moll geschriebenen Klavierkonzert Rachmaninows mit seinem schwärmerischen Grundton und seinen melancholischen Noten versetzte die spritzige, heitere und beschwingte Ballettmusik Tschaikowskys die Zuhörer in Champagnerstimmung für die letzten Stunden des Jahres.
Rattle wünschte dem Publikum ein «frohes, musikalisches neues Jahr», um es im nächsten Moment zu fragen: «Und wir brauchen sofort Musik, oder?» Mit dem «Schneeflockenwalzer» aus dem ersten Akt des Balletts als Zugabe entliess er sein Publikum in die schneeverwehte Berliner Nacht.
Und Harald Schmidt? Der Klassik-Fan und Hobby-Pianist, der jüngst erst in seiner Show die Top-Geigerin Anne-Sophie Mutter am Flügel begleitet hatte, blieb für die Besucher der Philharmonie unsichtbar. Nur für die Fernsehzuschauer trat er als Moderator in Erscheinung.
Die ARD übertrug das Konzert live, das ausserdem in China, Grossbritannien, Irland, Frankreich und in der Türkei ausgestrahlt wurde, zeitversetzt auch in Japan. Das ZDF begnügte sich derweil mit einem Zusammenschnitt von Silvesterkonzert-Highlights vergangener Jahre.