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Teure Bildung, wenig Hochschul-Absolventen

In der Schweiz gibt es zwar weiterhin vergleichsweise wenig Studierende - doch beim Anteil der Doktorate sieht es besser aus. Keystone Archive

Die Schweiz gibt viel für die Bildung aus, "produziert" aber im internationalen Vergleich wenige Hochschul-Absolventen. Laut den OECD-Bildungsindikatoren 2001 sind in der Schweiz die Frauen im Tertiär-Bereich untervertreten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt in ihrem jüngsten Bericht «Bildung auf einen Blick» fest, dass in der Schweiz der Anteil der öffentlichen und privaten Bildungsausgaben am Brutto-Inlandprodukt (BIP) mit 5,86% leicht über dem OECD-Mittel von 5,66% liegt.

Im Gegensatz zu vielen OECD-Ländern stagnieren die öffentlichen Bildungs-Ausgaben in der Schweiz aber seit 1992 – sie liegen bei rund 20 Mrd. Franken jährlich trotz steigenden Schülerzahlen.

Hohe Ausgaben pro Schüler

Die Ausgaben der Schweiz pro Schüler oder Studentin sind überdurchschnittlich hoch. Im Primarbereich liegt die Schweiz hinter Dänemark an zweiter Stelle.

Im Sekundarbereich liegen die Ausgaben sogar an erster Stelle und weit über dem OECD Mittel. Auch im Tertiärbereich gehört die Ausbildung zu den teuersten der OECD.

Die Gesamtkosten pro Person während eines durchschnittlichen Studiums von 5,5 Jahren belaufen sich auf US$ 90’388 (über 150’000 Franken), weit über dem OECD Mittel und noch gut ein Drittel höher als in Deutschland, das auf Platz zwei liegt.

Relativ wenig Studienanfänger

32% der Männer und 26% der Frauen beginnen in der Schweiz ein Hochschulstudium (in den letzten Jahren gab es jährlich etwas über 17’000 Studienanfänger). Das liegt deutlich unter dem OECD Mittel von 40 und 48%. Nur Mexiko, die Tschechische Republik und Deutschland haben eine niedrigere Anfänger-Rate.

Gutes Abschneiden bei den Forschungs-Abschlüssen

Dementsprechend liegen auch die Absolventenquoten im Hochschulbereich (Erstabschlüsse) deutlich unter dem OECD Mittel (1999 wurden 9’054 Lizentiate und Diplome ausgestellt). Sehr gut schneidet die Schweiz ab bei den höheren Forschungs-Abschlüssen, wie dem Doktortitel (1999: 2’732). Hier belegt sie den ersten Rang.

Frauen untervertreten

92% der 25- bis 34-jährigen Männer, aber nur 86% der Frauen, haben eine Ausbildung auf der Sekundarstufe II (Matur respektive Berufslehre) abgeschlossen – eine Differenz, die nur in Australien, Österreich, der Türkei und dem Vereinigten Königreich grösser ist.

Auf der Tertiär- (Hochschul-/Fachhochschul-) Stufe haben 34% der 25- bis 34-jährigen Männer eine Ausbildung abgeschlossen, aber nur 14 Prozent der Frauen. In keinem anderen Land der OECD sind die Unterschiede ähnlich gross.

swissinfo und Agenturen

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