Wirtschaftsmission: Bundesrat Pascal Couchepin in China (06.-11.11.1999)
Die Schweiz will ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit China verstärken. Zu diesem Zweck stattet Bundesrat Pascal Couchepin vom 6. bis 11. November dem Reich der Mitte in Begleitung einer gemischten Wirtschaftsdelegation einen offiziellen Besuch ab.
Die Schweiz will ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit China verstärken. Zu diesem Zweck stattet Bundesrat Pascal Couchepin vom 6. bis 11. November dem Reich der Mitte in Begleitung einer gemischten Wirtschaftsdelegation einen offiziellen Besuch ab.
Der diplomatische Zwischenfall, der vor acht Monaten dem Besuch des chinesischen Staatsoberhauptes Jiang Zemin in Bern den Stempel aufgedrückt hatte, scheint die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht beeinträchtigt zu haben. Eine genaue Einschätzung sei aber schwierig, räumte EVD-Sprecher Robin Tickle im Vorfeld der Reise gegenüber der Nachrichtenagentur SDA ein. Allzu viel Geschirr scheine aber nicht zerschlagen worden zu sein, sagte Tickle weiter. Diese Einschätzung teilt auch der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes ‚Vorort‘, Andreas Leuenberger, der seither bereits zwei Mal nach China gereist ist.
Bundesrat Couchepin meinte in einem Pressegespräch, unter Freunden könne man sich vieles sagen, doch müsse man zunächst ein freundschaftliches Klima herstellen. Die Schweiz habe keine Lektionen zu erteilen. Jiang Zemin habe ihm während seines Besuchs in der Schweiz gesagt, er halte ihn für einen pragmatischen Menschen und er sei in China willkommen. Er reise deshalb in der Gewissheit, in China willkommen zu sein. Die Schwierigkeiten müssten überwunden werden.
Im vergangenen März hatte Jiang Zemin bei seinem Staatsbesuch in der Schweiz aus Verärgerung über eine Pro-Tibet-Demonstration auf dem Bundesplatz in Bern dem Bundesrat schwere Vorhaltungen gemacht und den Empfang mit militärischen Ehren ausfallen lassen. «Ihr habt einen guten Freund verloren», hatte er damals unter anderem erklärt.
Die Tatsache, dass der Besuch der Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von Bundesrat Couchepin nur wenige Monate nach diesem Eklat erfolgt, ist laut Vorort-Präsident Leuenberger «eine gute Sache». Damit könnten die traditionell guten Beziehungen aufrecht erhalten und eventuelle Missverständisse rasch beigelegt werden.
Die wichtigsten Gespräche im Laufe des China-Besuchs wird Bundesrat Couchepin mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji führen, sagte Botschafter Nicolas Imboden, Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge. Couchepin habe bei der Vorbereitung des Besuchs grossen Wert auf das Zustandekommen dieses Treffens gelegt. Ob die Schweizer Delegation auch von Staatspräsident Jiang Zemin empfangen wird, stand zunächst nicht fest.
SRI und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch