CH/Immer mehr Fälschungen werden am Zoll beschlagnahmt
Bern (awp/sda) – Der Schweizer Zoll hat 2009 fast doppelt so viele gefälschte Waren und Piraterieprodukte aus dem Verkehr gezogen wie 2008. Weiterhin am häufigsten beschlagnahmt und anschliessend vernichtet wurden gefälschte Taschen, Kleider, Medikamente und Uhren.
Die meisten Fälschungen stammten wiederum aus China, wie am Mittwoch die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie, «Stop Piracy», mitteilte. Medikamente bilden eine Ausnahme; sie sind oft indischer Herkunft.
Reisende kaufen Fälschungen am häufigsten in der Türkei, der EU oder in Thailand. Bestellt eine Privatperson im Internet ein gefälschtes Produkt, so kann die Lieferung in die Schweiz abgefangen und vernichtet werden.
Gefälschte Waren führten letztes Jahr zu total 2’402 Interventionen des Schweizer Zolls (VJ 1’297). Im Handelswarenverkehr griff der Zoll in 1’622 (1’176) Fällen ein. Im Reiseverkehr tat er dies in 780 (121) Fällen, wobei der Eingriff im Reiseverkehr erst seit Juli 2008 möglich ist.
«Stop Piracy» weist darauf hin, dass Fälscher Sicherheits-, Qualitäts-, Umweltschutz- und Arbeitnehmerschutznormen nicht einhalten, um möglichst günstig zu produzieren. Die Fälschungsindustrie sei ein Teil des organisierten Verbrechens, das auf Kosten anderer profitiere.
«Stop Piracy» wurde 2005 vom Eidgenössischen Institut für geistiges Eigentum und der Internationalen Handelskammer Schweiz gegründet.
mk