Daniel Lampart kündigt Abgang beim Gewerkschaftsbund an
Daniel Lampart wird den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) nach 20 Jahren Tätigkeit per Ende 2026 verlassen. "Es war eine wunderbare Zeit, in der wir einiges erreicht haben. Die Probleme bleiben aber weiterhin gross", sagte er im Interview mit "Blick".
(Keystone-SDA) Der Chefökonom und Zentralsekretär nannte als Beispiele sich nicht ausreichend entwickelnde Löhne sowie die Abwertung der Lehre. Die Arbeit gehe weiter. «Man sollte den Stab aber übergeben, bevor man als Sesselkleber tituliert wird.»
Seit zwei Jahrzehnten ist Lampart beim SGB als Chefökonom tätig. Seit 15 Jahren führt er das SGB-Sekretariat – heute als Co-Leiter mit Gabriela Medici. Diese werde ab November die Sekretariatsleitung alleine weiter verantworten, teilte der SGB am Donnerstagmorgen mit. Wer Lamparts Nachfolge als Chefökonom antrete, werde bei seinem Austritt bestimmt.
Lampart übernimmt PK-Netz-Präsidium
Lampart sei für das Präsidium des PK-Netzes nominiert, eines gewerkschaftlichen Vereins zur Unterstützung von Arbeitnehmervertretern in der beruflichen Vorsorge, schrieb der «Blick».
In dieser Rolle wolle er die Mitbestimmung der Arbeitnehmenden bei der Wahl der Vorsorgelösung stärken, sagte Lampart, und kritisierte: «Während der Preisüberwacher bei jeder Güselsack-Gebühr überprüft, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, wird den kommerziellen Vorsorgeanbietern nicht auf die Finger geschaut.»
Bis zu seinem Abgang beim SGB wolle er weiter gegen Verschlechterungen für Arbeitnehmende kämpfen, etwa gegen die «10-Millionen-Initiative» der SVP. Diese würde aus seiner Sicht zu einem Bruch mit Europa sowie zu schlechteren Arbeitsbedingungen und negativen Folgen für Löhne und Renten führen.
Auch die Finanzierung der 13. AHV-Rente wird Lampart weiter beschäftigen. Es sei für ihn unverständlich, dass das Parlament noch keine Lösung gefunden habe. Falls keine zustande komme, müsse der Bund die Rente aus der Bundeskasse finanzieren. Den Vorschlag der Rechten, stattdessen das Rentenalter zu erhöhen, bezeichnete er als «sinnlose Zwängerei» und als nicht mehrheitsfähig.