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Atomtransport Richtung Sellafield

Unterwegs nach Sellafield via Frankreich: Der Atomtransport aus Bern. Keystone

Erneuter Atomtransport vom Bernischen Mühleberg: Brennelemente sind in zwei Lastwagen unterwegs nach Sellafield. Greenpeace kündigt den Gang vor Bundesgericht an.

Transporte von abgebrannten Schweizer Brennelementen nach Sellafield sind seit Ende April wieder möglich. Sie waren im März 2000 von den Schweizer Behörden gestoppt worden, nachdem die englische Aufsichts-Behörde das Sicherheits-Bewusstsein in Sellafield kritisiert hatte.

Ende Mai hatten erstmals seit dem rund einjährigen Unterbruch zwei Transporte die Schweiz verlassen. Bis Anfang 2002 gehen laut BKW weitere fünf Transporte in die Wiederaufbereitung nach Sellafield.

Die Lastwagen enthalten je sieben abgebrannte Brenn-Elemente. Sie sind in einem bruch- und brandsicheren Spezialbehältern mit einem Gesamtgewicht von rund 34 Tonnen eingeschlossen, wie die BKW Energie AG mitteilte.

Greenpeace: «Rechtsverweigerung»

Nachdem der jüngste Transport bekannt wurde, kündigte die Umweltschutz-Organisation Greenpeace eine staats-rechtliche Beschwerde beim Bundesgericht an – gegen das Untersuchungsrichter-Amt des Kantons Aargau.

Dieses ist seit Herbst 2000 für die Untersuchung im Zusammenhang mit Strafanzeigen gegen Atomtransporte aus Schweizer Kernkraftwerken zuständig.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Untersuchung an den Kanton Aargau übertragen, weil dort zwei Kernkraftwerke und die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) domiziliert sind.

Der Gang nach Lausanne sei notwendig, so Greenpeace, weil sich die Aargauer Justiz geweigert habe, die Transport-Behälter zu beschlagnahmen, mit denen das KKW Mühleberg Atommüll nach Sellafield transportiert. Mit diesem Verhalten betrieben die Aargauer Behörden «Rechts-Verweigerung», heisst es im Greenpeace-Communiqué.

Mit einer entsprechenden Beschwerde gegen den zuständigen Untersuchungs-Richter Philipp Umbricht war Greenpeace laut eigenen Angaben Anfang Juli beim Aargauer Obergericht abgeblitzt, weshalb die Umweltschutz-Organisation nun ans Bundesgericht gelangt.

Kritik an Sicherheitskultur

Greenpeace weist auf verschiedene Zwischenfälle beim Umladen von Brennstäben in Sellafield und in der schottischen Anlage Chapelcross hin. Diese würden weiter ein bedenkliches Licht auf die Sicherheitskultur der Sellafield-Betreiberfirma BNFL werfen.

swissinfo und Agenturen

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