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G-8-Gipfel: Weitere Gegner im Tessin zurückgewiesen

Globalisierungs-Gegner - im Tessin gestrandet - wehren sich für die Einreise nach Italien. Keystone

Im Tessin ist am Dienstag (17.07.) elf weiteren deutschen Globalisierungs-Gegnern die Einreise nach Italien verweigert worden. Während die Kantonsregierung zur Ruhe aufruft, formiert sich Solidarität mit den Zurückgewiesenen.

Die elf Deutschen G-8-Gegner wollten in Ponte Tresa nach Italien einreisen. Laut Polizeiangaben befanden sie sich auf dem Weg nach Genua. Bei einigen von ihnen seien Dokumente nicht in Ordnung gewesen, andere hätten nicht genügend Geld auf sich geführt. Weit über 400 G-8-Gegner haben laut Polizeiangaben die Grenze inzwischen aber passiert.

Solidarität im Tessin

In Chiasso solidarisieren sich derweil Globalisierungs-Gegner mit den am Wochenende an der Grenze zu Italien zurück gewiesenen vier Deutschen. «Wir bleiben so lange hier, bis unsere Freunde nach Italien einreisen können», sagten die Globalisierungsgegner am Dienstag (17.07.) an einer Medienkonferenz in Chiasso.

Am Wochenende war vier Deutschen einer Fahrradkarawane die Einreise verweigert worden. Dagegen habe ein Anwalt bei einem Mailänder Gericht Rekurs eingelegt, hiess es weiter.

Die Anti-Globalisierungs-Bewegung erwartet im Tessin zahlreiche weitere Sympathisanten. Für die nächsten Tage sind Demonstrationen an der Grenze angekündigt worden. Zudem haben rund 30 Globalisierungsgegner in Chiasso ein Haus besetzt.

Verschärfte Kontrollen

Die italienische Grenzpolizei hat ihr Aufgebot an der Grenze mit 50 zusätzlichen Polizeibeamten verstärkt, wie Raffaele Veri, Verantwortlicher der Grenzpolizei Como, sagte. Die Kontrollen seien verschärft worden. Über die Einzelheiten der Polizeistrategie wurden keine Angaben gemacht.

Laut Polizeiangaben wurde in Chiasso bisher acht Personen die Einreise verweigert. Bei den Buskontrollen sei kein gefährliches Material wie Waffen oder Sprengstoff sicher gestellt worden. Einzig kleinere Objekte zur Selbstverteidigung wie Messer seien beschlagnahmt worden, sagte Veri.

Tessiner Regierung mahnt zur Ruhe

Am Dienstag hat zudem der Tessiner Staatsrat die Demonstranten zur Ruhe und die Polizei zur Zurückhaltung aufgefordert. In seiner Stellungnahme spricht die Tessiner Regierung die Hoffnung aus, dass Konfrontationen vermieden werden und dass die Anti-G-8-Aktionen in der Schweiz friedlich und ohne Beeinträchtigung des Transitverkehrs über die Bühne gehen.

Als «gerechtfertig» werden hingegen Polizeieinsätze wie jener vom Montagabend bezeichnet, wenn es darum gehe, die Blockade von Grenzübergängen zu beenden.

swissinfo und Agenturen

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