Heilmittel: Besserer Informationsaustausch mit EU
Swissmedic soll mit der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA leichter Informationen austauschen und Heilmittel allenfalls schneller zulassen können. Der Bundesrat hat nach der Kontroverse im Zusammenhang mit der Schweinegrippe dem Schweizer Heilmittelinstitut ein Verhandlungsmandat erteilt.
Die vertragliche Grundlage für den Austausch mit der EU-Behörde existiere noch nicht, sagte Gesundheitsminister Didier Burkhalter am Freitag in Bern vor den Medien. Die Verhandlungen sollten möglichst in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Die EU habe ebenfalls Interesse am Austausch signalisiert.
Ausgangspunkt sind Vereinbarungen der EU mit anderen Staaten. Eine Angliederung der Swissmedic an die EMEA steht laut Burkhalter nicht zur Diskussion.
Mit dem Abkommen könnten beide Behörden vertrauliche Daten austauschen, sagte Swissmedic-Direktor Jürg Schnetzer. Dies habe eine grosse Bedeutung für die Zulassung von Arzneimitteln und die Überwachung des Marktes. «Entscheide können besser aufeinander abgestimmt und Verfahren beschleunigt werden.»
Im Zusammenhang mit der Zulassung der Schweinegrippe-Impfstoffe war das gegenüber den Nachbarländern langsamere Verfahren in der Schweiz kritisiert worden.
Ende Oktober wurden in der Schweiz die ersten Impfstoffe gegen H1N1 zugelassen. Die Impfkampagne begann rund drei Wochen später als zum Beispiel in Deutschland.
Am Freitag äusserte sich Gesundheitsminister Didier Burkhalter in der Tagesschau der Schweizer Fernsehens zu einem weiteren kontroversen Thema im Zusammenhang mit der Schweinegrippe: Er sprach sich für einen Impfzwang für das Pflegepersonal aus.
swissinfo.ch und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch