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Die Schweizer Bevölkerung vertraut Google, Tiktok und Meta nicht

Google-Logo in Zürich vor Schweizer Wanderwegweiser
Ein Google-Eingang bei der Zentrale in Zürich ist mit einem Schweizer Wanderwegweiser illustriert, Aufnahme von 2014. Keystone / Ennio Leanza

Laut einer neuen Befragung von gfs.bern halten 90% der Menschen in der Schweiz diese Unternehmen für rein profitorientiert. Eine Mehrheit fordert, dass Staat bei der Digitalisierung Verantwortung übernehmen soll.

Die grossen Tech-Unternehmen gewinnen in der Schweiz keinen Beliebtheitswettbewerb. 94% der Menschen in der Schweiz fordern mehr Schutz für Kinder und Jugendliche in den sozialen Netzwerken. 90% haben den Eindruck, dass es Big-Tech-Unternehmen nur um den Profit geht.

84% fürchten «einen zu starken politischen Einfluss der Herkunftsländer dieser Unternehmen» und 82% sind besorgt, dass sich die Schweiz von den internationalen Big-Tech-Unternehmen aus den USA und China zu abhängig macht.

Insgesamt sehen 21% die grossen Tech-Unternehmen als sehr positiv oder eher positiv, 40% als «teils teils» und 38% als sehr oder eher negativ. Das sind Ergebnisse aus einer repräsentativen Umfrage, die gfs.bern im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz durchgeführt hat.

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«Mich hat überrascht, wie klar der Tenor ist: Die Plattformen sind profitorientiert und zu nah an der Politik», sagt Tobias Keller von gfs.bern.

Die Befragung wurde online und telefonisch im Dezember 2025 durchgeführt und hat eine Fehlerquote von +/-3,2 Prozentpunkten.

Der Vergleich mit EU-Ländern

Die Schweizer Studie weist darauf hin, dass die Schweizer Bevölkerung ähnlich besorgt ist wie jene in Ländern der Europäischen Union.

Beispielsweise ergab eine YouGov-Befragung 2025Externer Link, dass die – vergleichsweise strikten – EU-Gesetze zur Regulierung von Big Tech für eine Mehrheit der Menschen in Frankreich (63%) und Deutschland (59%) noch zu lasch sind. In Spanien sahen das 49% so – aber auch dort fanden nur 9% die Gesetze zu strikt.

In eine ähnliche Richtung weist auch eine im Februar publik gemachte Nutzendenumfrage des Schweizer Technologieunternehmens ProtonExterner Link.

Wie kann die Digitalisierung zum Nutzen der Demokratie sein? Lesen Sie auch unseren Artikel, der Estland mit der Schweiz vergleicht:

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Die Rolle des Staates bei der Digitalisierung

Gemäss der neuen gfs.bern-Studie sehen 58% der Menschen in der Schweiz die Digitalisierung insgesamt als positiv oder gar sehr positiv. Eine kleinere Mehrheit von 53% glaubt, die Digitalisierung bringe ihr persönlich Vorteile – doch gleichzeitig sind die Prognosen für die Gesellschaft etwas weniger rosig: Eine knappe Minderheit von 48% hat das Gefühl, die Digitalisierung bringe der Gesellschaft insgesamt Vorteile.

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf demokratische Prozesse in der Schweiz sehen 46% eher oder sehr negativ, 30% neutral und 19% eher oder sehr positiv.

Staat, Unternehmen und auch die Nutzer:innen sind laut einer Mehrheit der Befragten in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass die Digitalisierung der Gesellschaft stärker nützt als schadet.

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Besonders beim Umgang mit der Künstlichen Intelligenz sehen viele Befragte die Verantwortung beim Staat: 88% finden, der Staat müsse sicherstellen, dass die Entscheide von KI und Algorithmen nachvollziehbar sind.

In wichtigen Situationen, so möchten es 86% der Befragten, soll der Staat vorschreiben, dass immer ein Mensch KI-Resultate prüfen muss. Immerhin 80% wollen eine staatliche Förderung ressourcenschonender digitaler Infrastruktur.

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Da die Befragten mehrheitlich vorsehen, dass der Staat mehr Verantwortung übernimmt, ist es wenig überraschend, dass sie ein relativ hohes gesellschaftliches Vertrauen aufweisen. 75% der Befragten vertrauen Schweizer Behörden sehr, 22% gaben an ihr Vertrauen sei «nicht gross» und 3% verzichteten auf eine Angabe.

«Das Anliegen der digitalen Souveränität ist in der Schweizer Bevölkerung angekommen», interpretiert Tobias Keller von gfs.bern seine Studie, «Der Staat muss bei der Digitalisierung eine Rolle spielen.» Trotz einer Reihe von IT-Pannen auf Behördenseite sei dies in der Bevölkerung breit abgestützt.

Editiert von Veronica DeVore

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