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Sauber-Team holt drei WM-Punkte

Nick Heidfeld zeigte Bestleistung. Keystone

Die beiden Sauber Piloten Kimi Räikkönen und Nick Heidfeld belegten beim Grossen Preis von Grossbritannien die hervorragenden Plätze 5 und 6. Damit sicherten sie dem Schweizer Team drei WM-Punkte und den vierten Rang in der Konstrukteure-Wertung. Gewonnen wurde das Rennen in Silverstone vom Finnen Mika Häkkinen.

Silberpfeil-Pilot Mika Häkkinen hat Michael Schumacher und Ferrari das Jubiläum an historischer Stelle mit einem glanzvollen «Comeback» verdorben. Der bisherige Pechvogel feierte am Sonntag beim Großen Preis von Großbritannien souverän seinen ersten Sieg nach elfmonatiger Durststrecke. Titelverteidiger Schumacher setzte trotz eines zweiten Platzes in Silverstone seinen Alleingang im WM-Rennen fort, da Verfolger David Coulthard vor 100’000 Zuschauern in der dritten Runde ausschied. Der Formel-1-Weltmeister führt vor seinem Heim-Rennen in Hockenheim nun mit 37 Punkten Vorsprung vor dem Schotten. Allerdings muss Schumacher weiter auf die Einstellung von Alain Prosts Fabelrekord von 51 Grand-Prix-Siegen warten.

«Es freut mich vor allem für Mika. Er hatte so viel Pech in diesem Jahr», sagte der Ferrari-Star, nachdem er dem finnischen McLaren-Mercedes-Piloten bei der Siegerehrung heftig mit Champagner überschüttet hatte. Der sichtlich bewegte Häkkinen war heilfroh über das Ende seiner Pechsträhne mit sechs Ausfällen. «Das fühlt sich wirklich gut an nach all meinen Problemen», meinte er. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte: «Alle gönnen Mika diesen Sieg, da bin ich mir sicher. Was für eine tolle Fahrt von ihm.»

Coulthard, der nach zwei Siegen in Silverstone vor heimischem Publikum den Hattrick schaffen wollte, muss seine Titelträume sechs Rennen vor Schluss wohl begraben. «Sicher ist es sehr enttäuschend», sagte der McLaren-Mercedes-Pilot. «Aber es gab schon mehr Enttäuschungen im Laufe dieses Jahres. Ich bin schon froh, wenn wir ein Rennen zu Ende fahren.» Schumacher führt mit 84 Punkten vor Coulthard (47).

Nach 60 Runden und 308,289 km feierte Häkkinen den 19. Sieg seiner Karriere, den ersten Erfolg in England und seinen ersten Triumph seit 27. August 2000 in Spa. Der Doppel-Weltmeister gewann nach 1:25:33,770 Stunden mit 33,646 Sekunden Vorsprung vor Schumacher. Dessen Ferrari-Kollege Rubens Barrichello (Brasilien) wurde Dritter vor dem Williams-BMW-Piloten Juan Pablo Montoya.

Ralf Schumacher erlebte das befürchtete «Schwarze Wochenende»: Der Williams-BMW des Kerpeners rollte in der 37. Runde mit einem technischen Defekt aus. «Ich hörte ein mechanisches Geräusch, dann ging das Auto auch schon aus», so Ralf (31), der damit seinen dritten Platz in der WM-Wertung wieder an Barrichello (34) abgeben musste. Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) holte als Sechster hinter seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen einen Punkt, Heinz-Harald Frentzen ging im Jordan als Siebter leer aus.

Für Michael Schumacher war es «ein eher schwieriges Rennen. Das Auto war nicht ganz so gut ausbalanciert wie erhofft.» Doch angesichts der WM-Wertung konnte der dreimalige Champion zufrieden sein: «Wir hatten so viele gute Rennen in diesem Jahr. Der zweite Platz bringt mir sechs wichtige Punkte.»

Eine WM-Vorentscheidung fiel bereits am Start: In der Aufstellung traf Schumacher erstmals seit langem wieder auf seinen früheren WM-Rivalen Häkkinen. Die beiden standen nebeneinander in Reihe eins vor Coulthard. Schumacher ging als Führender in die erste Kurve, während Coulthard Opfer einer Startkollision wurde, vom Jordan des Italieners Jarno Trulli touchiert und so von der Strecke geschoben wurde. «Er war zwar innen, aber ich lag vorne», sagte Coulthard über die Auseinandersetzung. «Coulthard hat mir die Tür zugeschlagen», verteidigte sich Trulli. Der Schotte fiel ans Ende des Feldes zurück. Doch der Schlag hatte die Hinterrad-Aufhängung des McLaren beschädigt. Wenig später kam das bittere Aus. «Trulli hat David unnötiger Weise abgeschossen», so Haug.

Aber auch Schumacher bekam Probleme. «Das Auto war nicht so gut ausbalanciert. Es war schwieriger als sonst, es auf der Strecke zu halten», erklärte der Kerpener. In der fünften Runde überholte ihn Häkkinen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. In Runde 18 zog auch Montoya an dem Ferrari-Star vorbei. Die Strategie von McLaren-Mercedes mit zwei Boxenstopps zahlte sich gegenüber der Vorgehensweise von Ferrari mit nur einem Halt aus. Selbst nach Häkkinens erstem Stopp (21.) kam der Rheinländer nicht an dem Finnen
vorbei. Damit war das Rennen bereits nach einem Drittel gelaufen.

Vor dem elften WM-Lauf hatte Schumacher einen kleinen Ausflug in die glanzvolle Ferrari-Vergangenheit gemacht. Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren hatte der Argentinier Jose Froilan Gonzalez ebenfalls in Silberstone den ersten Ferrari-Sieg geholt. Der Kerpener fuhr eine Runde mit dem roten Ferrari 375, in dem Gonzalez am 14. Juli 1951 triumphiert hatte.

swissinfo und Agenturen

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