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Sergej Iwanow gelang die Flucht

Ein jubelnder Sergej Iwanow in Aix-les-Bains. Keystone

Zehn Jahre nachdem Dimitri Konischew (Russ) in Aix-les- Bains den ersten Sieg eines Osteuropäers in der Tour de France errungen hatte, doppelte sein Landsmann Sergej Iwanow am gleichen Ort nach. Leader nach dem 9. Tagesabschnitt und vor den fünf Bergetappen in dieser Woche blieb Stuart O'Grady (Au).

Iwanow (26), in der Tour de Suisse bereits Gewinner in Mendrisio, setzte sich nach 185 km 16 Sekunden vor seinen Fluchtgefährten David Etxebarria (Sp) und Bradley McGhee (Au) durch. Das von Erik Zabel (De) gemeisterte Feld, aus dem schon zahlreiche Sprinter eliminiert waren, traf mit 24 Sekunden Rückstand ein.

McGee, ein Teamkollege des Berners Sven Montgomery, hatte die Vorentscheidung nach 36 km herbeigeführt. Später stiessen Iwanow und Extebarria zum Australier. Rund 8 km vor dem Ziel, als der Hauptharst unter dem Tempodikat der Equipen Telekom (Zabel) und Bonjour (Nazon/Fr) den Ausreissern bedrohlich nahe rückte, löste sich Iwanow von seinen Fluchtgefährten. Montgomery erreichte das Ziel im Hauptfeld.

Weil mit Weltmeister Vainsteins (Lett), Kirsipuu (Est), Steels (Be), Casper (Fr) und Rodriguez (USA) schon zahlreiche Sprinter trotz der marginalen Tages-Hindernisse den Kontakt mit dem Hauptfeld verloren hatten, kam keine schlagkräftige Verfolgung auf, so dass Iwanow die mehr als 150 km lange Vorausfahrt mit dem grössten Erfolg seiner Karriere krönen konnte.

Iwanow fährt (wie seit der vergangenen Saison auch Konischew) für die in dieser Saison arg vom Pech verfolgte italienische Mannschaft Fassa Bortolo. Schon sieben Schlüsselbeine gingen in der 22-köpfigen Squadra zu Bruch (zuletzt jenes von Ivan Basso am Samstag). Überdies schied Leader Francesco Casagrande in der 1. Etappe des Giro d’Italia mit einem Handgelenkbruch aus und musste die Tour de France am 4. Tag entkräftet aufgeben.

Allerdings gaben nicht nur Verletzungen zu reden; in der «Giro-Razzia» von Sanremo entdeckten die Fahnder im Hotelzimmer des Gesamtzweiten Dario Frigo (It) mehrere unerlaubte Substanzen, worauf der Fahrer entlassen wurde.

Die Tage der Wahrheit

Am Dienstag beginnen für die Anwärter auf den Gesamtsieg die Tage der Wahrheit. In der 10. Etappe ist nicht nur der Schluss-Anstieg auf die Alpe d’Huez zu bewältigen, sondern zuvor auch die Alpenpässe Madeleine und Glandon (50 km vor dem Ziel). Nach dem «verrückten» Sonntag, in der es für die Favoriten happige Rückstände abgesetzt hat, ist in den Bergen ein hartes Ausscheidungs-Rennen zu erwarten. Obwohl sie mehr als eine halbe Stunde hinter Leader O’Grady liegen, geben sich die Stars gelassen – selbst wenn sie 13 Minuten auf den arrivierten Kletterer Andrej Kiwiljew (Kas) wettmachen müssen.

«Diese Rückstände sind ohne weiteres aufzuholen», erklärte Jan Ullrich (De). «O’Grady hat im letzten Jahr in der ersten Bergetappe 40 Minuten verloren», sagte Johan Bruyneel (Be), der Sportliche Leiter von Lance Armstrong (USA), «der Gesamtzweite Simon wird vielleicht auf Alpe d’Huez Leader, viel mehr aber wohl nicht. Kiwiljew werden wir im Auge behalten, er wird jedoch unseren Druck zu spüren bekommen.» Armstrong und Ullrich müssen aber nicht nur Kiwiljew distanzieren, sondern vor allem auch vor dem letztjährigen Gesamtdritten Joseba Beloki (Sp) mit der starken Once-Equipe im Rücken auf der Hut sein.

Bis am Sonntag stehen zwei Etappen in den Alpen (inklusive das Bergzeitfahren vom Mittwoch), ein Ruhetag sowie drei Tagesabschnitte in den Pyrenäen auf dem Programm.

swissinfo und Daniel Good (Si), Aix-les-Bains

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