Die Zürcher Pride findet 2026 ohne Festival statt
Kein Festival zur Pride 2026: Der Verein Zurich Pride Festival hat an einer ausserordentlichen Generalversammlung entschieden, das zweitägige Festival rund um die LGBTQIA+-Demonstration in diesem Jahr abzusagen. Verein und OK wollen die Pause zur strategischen Neuausrichtung nutzten.
(Keystone-SDA) Die Absage des Festivals habe aber keinen Einfluss auf die Pride-Demo, wie der Verein am Mittwoch mitteilte. Diese findet wie geplant am 20. Juni unter dem Motto «Protect Trans Youth – Zugang schafft Zukunft» statt. Mindestens eine Party sei an diesem Tag geplant.
Am Ende hätten die angeschlagenen Finanzen des Vereins, Altlasten aus den Vorjahren, schwierige Rahmenbedingungen und fehlende Ressourcen, um als ehrenamtlicher Vorstand gleichzeitig ein Festival und eine strategische Neuausrichtung zu planen, den Ausschlag für die Pause gegeben, heisst es weiter.
Gescheiterte Verkleinerungspläne
Erst am vergangenen Freitag hatte der Veranstalter der Pride verkündet, dass das Festival in diesem Jahr verkleinert würde und neu Eintritt kosten solle. Neu sollte die Veranstaltung in einem «besser planbaren Rahmen» auf dem Turbinenplatz im Kreis 5 stattfinden und nicht mehr wie bislang auf der Landiwiese am Zürichsee.
Damit wollten die Veranstalter mehr Planungssicherheit schaffen und die Liquidität stabilisieren. Der hinter dem Anlass stehende Verein sollte langfristig finanziell stabiler und unabhängiger werden. Denn: Verschiedene grosse Unternehmen hatten zuletzt ihr Sponsoring für die Pride in Zürich und anderen Städten reduziert oder ganz beendet. Auch Fixkosten und Anforderungen an Sicherheit und Infrastruktur stiegen kontinuierlich.
Doch beschlossen waren diese Pläne noch nicht, die Vereinsmitglieder mussten an der ausserordentlichen Generalversammlung vom Dienstagabend erst darüber abstimmen. Und sie entschieden anders: Mit grosser Mehrheit folgten sie dem Antrag von Einzelmitgliedern, das Festival abzusagen.
Kleineres Budget
Im Vorfeld der Pride 2025 gaben die Veranstalter bekannt, dass sie durch die verlorenen Sponsoren auf rund 150’000 Franken verzichten mussten. Das Budget der Veranstaltung lagt bei 1,1 Millionen Franken. Um das Problem der fehlenden Gelder abzufedern, verzichtete das Organisationskomitee im vergangenen Jahr unter anderem auf grosse internationale Musik-Acts und mietete günstigere Zelte.
An der Pride-Demonstration ziehen jeweils Zehntausende durch die Stadt Zürich. Die Zürcher Pride gibt es seit über 30 Jahren. Sie gilt als bedeutendste LGBTQIA+-Veranstaltung der Schweiz.