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Finanzmarktaufsicht nimmt Hauptsponsor des FC Biel unter die Lupe

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht hat eine Voruntersuchung gegen die Bieler Investmentgesellschaft Haute Capital Partners - einen Hauptsponsor des FC Biel - ins Rollen gebracht. Der Seeländer Fussballclub befürchtet keine Konsequenzen.

(Keystone-SDA) Nach dem geschichtsträchtigen Cupfinal-Einzug von letztem Jahr klingt die Euphorie im Umfeld des FC Biel langsam wieder ab. Jüngst gelangte die Fanszene mit einem offenen Brief an die Vereinsleitung, besorgt um die Finanzen ihres Teams. Insbesondere befürchtete «Stehplätz Rot Wiss», dass die Grossaktionärin Core Sports Capital ihre Anteile am Verein wieder abgeben könnte.

Verwaltungsratspräsident Nik Liechti versicherte daraufhin an einem runden Tisch, dass die finanzielle Zukunft des Vereins gesichert sei. Mit der Co-Hauptsponsorin Haute Capital Partners SA gibt nun aber eine weitere Geldgeberin des Drittligisten zu reden.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) hat eine Voruntersuchung gegen die Bieler Investmentgesellschaft wegen vermuteter Marktmanipulation eingeleitet, wie aus dem aktuellen Revisionsbericht hervorgeht. Im Fokus stehen demnach Organisationsstruktur und Aktienkurs, der Handel mit eigenen Aktien, die Kunden- und Anlegerakquise sowie das Beschwerdemanagement.

Der Auditor gab zu bedenken, dass dieser Umstand «erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung seiner Geschäftstätigkeit aufkommen lassen» könnte. Der Verwaltungsrat hingegen machte geltend, er sei «zuversichtlich, dass die Voruntersuchung kein Fehlverhalten aufdecken wird». Folglich habe er diesbezüglich keine Rückstellungen gebildet.

Kurs unter Druck

In die Schlagzeilen geraten war das an der BX Swiss kotierte Unternehmen zuletzt mit einem Kurscrash. Der Aktienkurs der Haute Capital Partners SA ist von rund 160 Franken im Dezember auf aktuell rund 60 Franken gesunken. Zumal der Kurs bis Ende vergangenen Jahres linear gestiegen war, warf diese Entwicklung in Börsenkreisen Fragen auf.

Die Genfer Tageszeitung «Le Temps» beleuchtete in diesem Kontext zudem die starke Börsenaktivität des Managements. Zwischen 2022 und 2025 tätigten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung 172 Transaktionen, wie der obligatorischen Offenlegung zu entnehmen ist. Seit dem starken Kursabfall gab es demnach keine Transaktionen.

Geschäftsführung unbeeindruckt

Haute-Capital-Geschäftsführer Thibault Bürki ist beim FC Biel kein Unbekannter: Er leitete den Verein vergangenes Jahr zwei Monate lang als interimistischer Geschäftsführer und ist Mitglied der Mehrheitsaktionärin, der Gesellschaft FC Biel Invest.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gibt er an, dass die Haute Capital Partners SA weder Gegenstand eines sogenannten Enforcementverfahrens noch einer formellen Untersuchung sei. Wie jedes börsenkotierte Unternehmen beantworte sie gelegentlich «Informationsanfragen der zuständigen Behörden im Rahmen ihrer üblichen Aufsichtstätigkeit».

Ein Enforcementverfahren kann zum Zuge kommen, wenn sich konkrete Hinweise auf eine unerlaubte Tätigkeit ergeben. Ob ein solches eingeleitet wird, entscheidet die Finma nach Abschluss von formlosen Abklärungen. Die Finanzmarktaufsicht äussert sich grundsätzlich nicht zu spezifischen Unternehmen oder zu allfälligen laufenden Abklärungen und Verfahren.

Sponsoring wird fortgeführt

Einen Einfluss auf das Sponsoring des FC Biel haben die Marktsituation und das zuletzt negative Geschäftsergebnis laut Bürki nicht. Haute Capital Partners setze ihre Geschäftstätigkeit, ihre Entwicklungsprojekte sowie ihre strategischen Partnerschaften – einschliesslich des FC Biel – unverändert fort.

FCB-Verwaltungsratspräsident Nik Liechti, seinerseits Aktionär bei Haute Capital, verneint einen Einfluss auf den Verein ebenfalls. Er sei unbesorgt über den Kursverfall, daran ändere die Voruntersuchung nichts. Haute Capital wird laut Liechti auch kommende Saison Sponsor sein. Die Beitragshöhe werde nicht öffentlich kommuniziert, sie befinde sich aber «im üblichen Rahmen für die Promotion League».

Der FC Biel hat eine einschneidende Vorgeschichte mit finanziellen Problemen. Vor zehn Jahren entzog die Swiss Football League dem damals schwer verschuldeten Verein die Lizenz, woraufhin dessen erste Mannschaft in der sechsthöchsten Spielklasse neu starten musste. Nach einem Aufstiegsmarathon schaffte sie 2021 den Sprung in die Promotion League, wo sie bis heute spielt.

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