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Lahmende Schweizer Industrie

Wenig rosige Aussichten in der Schweizer Bauwirtschaft. Keystone Archive

Das Wachstum der Schweizer Industrie hat sich im dritten Quartal 2001 weiter abgeschwächt. Die Bauwirtschaft ist in Flaute.

Der Auftragseingang sank innert Jahresfrist um 2,6%. Gar um 13% brachen die Bestellungen im Baugewerbe ein. Hier gingen 2600 Stellen verloren.

In der Industrie litten vor allem Export orientierte Hersteller von Investitions-Gütern unter der Flaute. Das geht aus der jüngsten Quartals-Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) über den Geschäftsgang in der Schweizer Industrie hervor.

Innert Jahresfrist legte die Produktion lediglich um 1,9% zu. Der Umsatz nahm um 3,5% zu. Im Gegensatz dazu erhöhten sich die Auftragsbestände (+8,2%) sowie die Fertigwarenlager (+7,9%) in ähnlichem Ausmass wie im Vorquartal.

Trübe Aussichten im Baugewerbe

Der Flaute nicht entziehen kann sich das Bauhauptgewerbe. Dies geht aus der jüngsten Konjunktur-Umfrage des Schweizerischen Baumeisterverbandes hervor.

Der Bau-Umsatz wuchs in den ersten neun Monaten zwar nochmals um 2,2%. Der Auftragseingang nahm dagegen um 6,2% ab, wobei der Rückgang allein im dritten Quartal 13% betrug.

Stark betroffen war vor allem der öffentliche Tiefbau mit einer Einbusse von 27%. Die Baumeister führen dies darauf zurück, dass sich die Vergabe eines Grossauftrages des NEAT-Projektes AlpTransit Gotthard verzögere.

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Wohnungsbau als Sorgenkind

Im Hochbau nahm der Auftragseingang im dritten Quartal um 4,3% ab. Das grosse Sorgenkind der Branche bleibt der Wohnungsbau, der sich trotz wachsendem Wohnungsmangel in den Agglomerationen weiter im Krebsgang befindet.

Der gedrückte Geschäftsgang führte zu einem Personalabbau. Per Ende September beschäftigte das Bauhauptgewerbe noch rund 93’000 Personen. Das seien 2600 oder 2,8% weniger gewesen als im Vorjahr, korrigierte ein Verbandssprecher die eigene Publikation.

Ausbaugewerbe besser

Etwas besser präsentiert sich die Lage im Ausbaugewerbe. Geschäftsgang und Auftragsbestand entwickelten sich etwas günstiger als im Bauhauptgewerbe, auch wenn sich die Abschwächung im dritten Quartal fortsetzte. Die Aussichten sind jedoch auch hier getrübt.

Wenig optimistisch tönen jedenfalls die Elektro- und übrigen Installateure sowie die Spengler. Noch zurückhaltender ist die Branche Heizung und Lüftung. Einen schwächeren Geschäftsgang erwarten auch Schreiner, Maler und Gipser sowie der Metallbau.

Ruf nach dem Staat

Angesichts der wenig rosigen Aussichten in der Bauwirtschaft ruft der Verband nach einem vermehrten Engagement der öffentlichen Hand. Ohne deren Politik zur Stabilisierung und Förderung der Bauinvestitionen drohe im ersten Halbjahr 2002 ein Abschwung.

swissinfo und Agenturen

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