Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Eine gänzlich coronafreie Frage: Was meinen Sie – darf man einen König in der Schweizer Öffentlichkeit fotografieren? Negativ, findet offenbar die Zürcher Polizei.
Herzliche Grüsse aus Bern, und bleiben Sie gesund!
Tausende Schweizerinnen und Schweizer sassen fest. Weil in ihren Ferienländern teils Chaos herrschte, holte sie die Schweiz in einer noch nie dagewesenen Rückholaktion heim.
Das Aussendepartement hatte alle Hände voll zu tun. Seit Mitte März waren mehr als 20’000 Anrufe oder E-Mails in Bern eingegangen. Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland unterwegs waren, erlebten Tage grosser Unsicherheit in fremden Ländern.
Zwischen dem 12. März und 8. April brachte die Schweiz rund 3000 Landsleute zurück in die Heimat. Für die Repatriierung waren 23 Sonderflüge nötig. Für die Schweiz ist es die grösste Rückholaktion aller Zeiten. Und sie ist noch nicht abgeschlossen.
Meine Kollegin Sonia Fenazzi sprach mit einigen der Heimgekehrten. In einigen Ländern sei die Situation chaotisch gewesen, erzählen sie. Für viele ein traumatisches Erlebnis. Deshalb sei die Erleichterung gross gewesen, als sie am jeweiligen Flughafen endlich das Schweizer Flugzeug gesehen hätten.
- Der Artikel meiner Kollegin Sonia.
- #FlyinghomeExterner Link, die Sonderseite des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten.
- Mehr Details und Zahlen zur Corona-Pandemie im jeden Tag aufdatierten Überblick von SWI swissinfo.ch: Coronavirus: Die Situation in der Schweiz.
- Hier finden Sie die neusten Meldungen und Berichte von SRF News zum Thema CoronavirusExterner Link.
- Das Bundesamt für Statistik (BFS) bietet eine Seite mit umfangreichen Zahlen zu Covid-19Externer Link.
Nichts ist mehr normal. Das Personal der Schweizer Botschaften musste in letzter Zeit viele Überstunden schieben.
Strenge Tage für die Schweizer Botschaften. Und dies nicht nur für die Mitorganisation der Schweizer Repatriierungsflüge. Der Botschafter in Marokko etwa vergleicht die Situation mit «einer Art Revolution, weil wir unsere Arbeitsweise und die Kommunikation nach innen und aussen völlig neu überdenken mussten».
Dies sagte er gegenüber meiner Kollegin Kathrin Ammann, die mehreren Schweizer Botschaften in der Welt den aktuellen Puls fühlte. Der Botschafter erlebte auch herzerwärmende Solidarität der im Land lebenden Schweizerinnen und Schweizer, die Hilfe angeboten hätten, wie zum Beispiel Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Landsleute.
Und auch in Peru stecke die Botschaft bis zum Hals in Arbeit. Sie musste für die gestrandeten Schweizerinnen und Schweizer im 30-mal grösseren Land erst einmal Buskonvois organisieren, damit diese überhaupt in die Hauptstadt Lima gelangen konnten. Wo dann der Flieger in die Heimat auf sie wartete.
- Wie es weiteren Botschafterinnen und Botschaftern ergangen ist, erfahren Sie in Kathrins Artikel.
- Offizielle Informationen über das neue CoronavirusExterner Link auf der Website des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
- Die Krise in Grafiken finden Sie hier.
Verkehrte Welt. Statt von Menschenmassen begafft zu werden, finden die Zootiere nun ihrerseits den wenigen Menschen interessant, die noch im Zoo arbeiten.
Normalerweise laufen hier während 365 Tagen Menschen herum und bestaunen die exotischen Tiere aus allen Ecken der Welt. Doch das Coronavirus hat auch die Zoos und Tierparks dem Lockdown unterworfen. Gegenwärtig bewegen sich nur noch die Tierwärter zwischen den Zootieren.
Die Tiere seien nicht gelangweilt, sondern «reizunterflutet», sagt Bernd Schildger. Der Direktor des Tierparks Dählhölzli in Bern führte einen Journalisten der Wochenzeitung durch den menschenleeren Zoo.
Die Wochenzeitung schaute sich auch in drei weiteren Zoos der Schweiz um. Plötzlich seien für Tiere, die sich sonst keinen Deut um das Publikum scherten, die wenigen Menschen interessant geworden, die noch im Zoo seien. So schnell kann sich der Blickwinkel umkehren!
- Die lesenswerte Reportage in der WochenzeitungExterner Link.
- Wegen des Lockdowns würden sich Tiere die Städte zurückerobern, schrieb kürzlich 20 MinutenExterner Link.
- Watson.chExterner Link sprach mit einem Experten über das bei den Zootieren zu beobachtende Phänomen.
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Eigenmächtige Zensur: Als er in Zürich den thailändischen König fotografieren wollte, wurde ein Fotograf von der Polizei unsanft gestoppt.
«Lassen Sie mich los». Diese Aufforderung wiederholt der Fotograf mehrmals. Dann hört man ihnaufheulen vor Schmerz. Sieht so die Pressefreiheit in der Schweiz aus? Oder ist das die neue Normalität in Zeiten von Corona?
Der Hintergrund: Ein Schweizer Fotograf wollte für die deutsche Bild-Zeitung am Flughafen Zürich die Ankunft des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn fotografieren. Er befand sich dabei in einem öffentlich zugänglichen Bereich des Flughafens.
Dann stellte ihn die Polizei und nahm ihn tüchtig in die Mangel. Er musste sich schliesslich auf der Wache ausweisen. Was die unzimperlichen Gesetzeshüter nicht wussten: Die Videokamera des Journalisten lief unterdessen weiter und nahm das Tonsignal der Szene auf.
- Der Bericht und das schockierende Video im BlickExterner Link.
- Artikel zum Thema auf 20Minuten.chExterner Link.
- Auch Nau.chExterner Link berichtet über den Fall.
In der vergangenen Woche machte das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der SRG SSR, zu der auch swissinfo.ch gehört, eine grosse Umfrage. Uns interessierte auch die Sicht der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer.
Macht es die Schweiz richtig? Das Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die politische Führung während der Krise habe gegenüber der ersten Umfrage zugenommen, so das Fazit. Doch wie beurteilen dies die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer?
Das blieb leider unbeantwortet. Doch unsere Community liess es sich nicht nehmen und hat auf den Sozialen Medien ihre Meinung kundgetan. Danke für Ihre zahlreichen Kommentare! Wir fassen einige Ihrer Inputs gerne hier zusammen.
So schreibt etwa Wilma Caresanovic-Gertsch: «Die Aussage Masken nützen nichts, nur weil es keine hat, sagt schon alles.» In Bosnien gelte zum Beispiel Hausarrest für über 60-Jährige. «Ich fühle mich hier sicher.» Therese Beer aus Tunesien findet es hingegen gut, wie es die Schweiz momentan macht. Doch bei einem Punkt stimmt sie Wilma Caresanovic zu: «Ich wäre für eine Maskenpflicht, wenn man rausgeht.»
René Ruoss aus der Dominikanischen Republik findet die Massnahmen «zu fein». «Klare Regeln und Verbote müssen her», ist er überzeugt. An Ostern müssten etwa die Strassen ins Tessin geschlossen werden. Und in Ungarn ist Róbert Sájermann ebenfalls nicht zufrieden mit der Schweiz: «20000 Infizierte und fast 500 Tote sagen doch alles.» Das Fazit Luzia Messmers aus Spanien: «Es gibt kein richtig oder falsch. Wichtig ist, dass wir unser Bestes tun.»
- Hier finden Sie die Resultate der Umfrage.
- Das war unser Aufruf.
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