Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Der Bundesrat macht einen Schritt Richtung EU, ein schweizweit bekannter Gefangener kommt am Freitag frei und der Uhrenkönig von Luzern ist gestorben.
Herzliche Grüsse aus Bern
Jetzt soll es vorwärts gehen: Bundesrat will Verhandlungsmandat mit der EU.
Die Beziehung Schweiz-EU soll nach den Wahlen geklärt werden, das konnten Sie bei uns vor ein paar Tagen lesen. Heute kommt aus Bern eine Mitteilung, die vermuten lässt, dass es tatsächlich vorwärts geht:
Der Bundesrat will ein Verhandlungsmandat mit der Europäischen Union (EU) erarbeiten. Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wurde beauftragt, einen entsprechenden Vorschlag zu entwerfen, über den der Bundesrat noch dieses Jahr entscheiden will, heisst es in einer Mitteilung.
Die Kantone freut’s: “Die Kantonsregierungen sind bereit, schnell zum Verhandlungsmandat Stellung zu nehmen, sobald es der Bundesrat ihnen zur Konsultation unterbreitet hat”, sagt der Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen zu SRF. Und auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse zeigt sich zufrieden: Der Weg für Verhandlungen in der Europapolitik sei damit geebnet, teilt der Verband mit.
- Ein Schritt vorwärts in der Beziehung zur EU – Artikel von SRFExterner Link.
- Doch noch immer gibt es auch Sand im Getriebe, zum Beispiel weil die EU und die Schweiz sich gegenseitig Verletzungen der Personenfreizügigkeit vorwerfen – Artikel von SWI Swissinfo.ch.
- Die grosse Mehrheit der Schweizer:innen ist gegen einen EU-Beitritt. Mein Kollege Giannis Mavris war mit Schweizer EU-Freund:innen auf einer Reise in Brüssel.
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Fremd im eigenen Land: So wuchsen die illegal adoptierten Kinder aus Sri Lanka in der Schweiz auf.
In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden Tausende von Babys und Kindern illegal aus Sri Lanka in die Schweiz adoptiert. Hier wuchsen sie bei Adoptiveltern auf, ohne die Sprache oder überhaupt die Kultur ihres Geburtslandes kennenzulernen.
Eine neue Studie zeigt, wie es den Kindern in der Schweiz dabei ergangen ist. Die Autorin der Studie, Surangika Jayarathne, forscht an der Universität Bern und hat mir in einem Interview erklärt, wie die guten Absichten der Adoptiveltern oft das Gegenteil bewirkt haben.
Zwar sind die adoptierten Kinder dankbar dafür, dass sie in der Schweiz aufgewachsen sind. Doch trotz der Bemühungen ihrer Eltern wuchsen sie zwischen zwei Kulturen auf. Zuhause wurden sie so schweizerisch wie möglich erzogen; in der Schule wurden sie gehänselt, weil sie anders aussahen.
- Hier finden Sie mein Interview über die illegal adoptierten Kinder aus Sri Lanka in der Schweiz.
- “Meine Eltern haben mich geliebt wie ein eigenes Kind”, Porträt von SWI swissinfo.ch über eine Frau, die aus Sri Lanka adoptiert wurde und ihre leiblichen Eltern nicht gefunden hat.
- Der Bund und die Kantone unterstützen Adoptierte bei ihrer Herkunftssuche in Sri Lanka finanziell – Bericht von SRFExterner Link.
Der Uhrenkönig ist tot: Jörg Bucherer ist im Alter von 87 Jahren verstorben.
Im August hatte Jörg Bucherer noch mit einem Deal für Aufsehen in der Uhrenwelt gesorgt: Er hat das Traditionsunternehmen Bucherer an den Luxuskonzern Rolex verkauft. Am Montag ist der Patron verstorben.
Jörg Bucherer war so, wie sich die Welt einen Schweizer Uhrenhändler vorstellte: diskret und sehr reich. Der Multimilliardär mied die Medien und die Öffentlichkeit. Sein Grossvater gründete das Unternehmen, das Jörg Bucherer 1977 übernahm. Unter seiner Ägide kaufte Bucherer zuerst in der Schweiz Geschäfte wie die Juwelierkette Kurz und den Uhrenhändler Swiss Lion auf, bevor er sich auf das Ausland konzentrierte. Mit seinem Expansionskurs machte Jörg Bucherer das Unternehmen zum weltweit führenden Händler von Uhren und Schmuck.
In Paris eröffnete die Firma den grössten Uhren- und Schmuckladen der Welt. Die Bucherer-Boutique am Luzerner Schwanenplatz ist eine wichtige Station für Tourist:innen – nicht zuletzt wegen des Car-Parkplatzes direkt vor der Filiale.
- Nachruf auf Jörg Bucherer im Tages-Anzeiger.Externer Link
- Sein letzter Coup: Im August verkaufte Jörg Bucherer das Unternehmen an Rolex – ein Experte analysiert den Deal für SWI swissinfo.ch
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Brian Keller: Der berühmteste Häftling der Schweiz kommt frei – vorerst.
Zuerst hiess er Carlos, dann wurde er unter seinem echten Namen bekannt: Brian. In der Schweiz dürfte der Name dieses jungen Mannes den meisten geläufig sein. Seit Jahren verfolgen die Medien die Geschichte des Häftlings Brian Keller, der bereits als Jugendlicher Gewalttaten beging und dessen Haftbedingungen von Sondersetting mit eigenem Thaibox-Trainer bis Isolationshaft regelmässig für Schlagzeilen und Kritik gesorgt haben.
Heute hat das Bezirksgericht Dielsdorf ein Urteil gegen den 29-Jährigen gesprochen und ihn zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Angeklagt war er wegen 30 Delikten, die er in einem Zürcher Gefängnis begangen haben soll.
Am Freitag soll Brian Keller, der seit sieben Jahren in Haft ist, vorerst freikommen. Ein Sozialpädagoge soll ihm helfen, sich in der Welt ausserhalb des Gefängnisses zurechtzufinden.
- Angeklagt wegen 30 Delikten, die er hinter Gittern begangen haben soll – das Urteil im Bericht von SRFExterner Link.
- Die Chronologie von WatsonExterner Link hilft, im Fall Brian den Überblick zu behalten.
- Ein ehemaliger Gefängnisdirektor hat sich bei Brian für seine Haftbedingungen entschuldigt – Artikel im BlickExterner Link.
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