Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Zwischen Weihnachten und Neujahr verliere ich bisweilen derart das Zeitgefühl, dass ich selbst bei der Arbeit nicht weiss, was für ein Tag gerade ist. Falls es Ihnen ähnlich geht, soll dieses letzte Briefing des Jahres Sie daran erinnern, dass bereits in zwei Tagen Silvester ist.
Beste Grüsse aus Bern
Was erwartet das internationale Genf 2024?
Ich muss gestehen, ich bin ein grosser Fan von Jahresrückblicken, seien diese politisch, musikalisch oder einfach amüsant (wie beispielsweise die lustigsten Polizeimeldungen des Jahres, die mein Kollege Giannis Mavris gestern an dieser Stelle verlinkt hat).
Nun habe ich aber das andere Format, das zwischen Weihnachten und Neujahr von Medienschaffenden gerne genutzt wird, für Sie: einen Ausblick. Was erwartet das internationale Genf im Jahr 2024?
Mein Kollege Dorian Burkhalter hat in seinem Artikel diverse Brennpunkte zusammengefasst, die die Organisationen des internationalen Genfs nächstes Jahr beschäftigen werden. Da ist der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Anfang Januar wird in Davos über die Zukunft des kriegsversehrten Landes und den Friedensplan seines Präsidenten Wolodymyr Zelenski diskutiert– allerdings gibt es keine Anzeichen dafür, dass auch Russland am runden Tisch Platz nehmen wird.
Auch der Nahe Osten beschäftigt die humanitären Organisationen in Genf. Ihre wiederholten Aufrufe zu einer Waffenruhe in Gaza hatten bisher nur eine einwöchige humanitäre Pause im November zur Folge. «Den humanitären Helfer:innen gehen die Adjektive aus, um das Leid der Zivilbevölkerung in Gaza zu beschreiben», schreibt Dorian Burhkalter.
Aber auch Krisen, die in der Berichterstattung in den westlichen Medien in den Hintergrund gerückt sind, beschäftigen das internationale Genf, wie beispielsweite in Haiti, in der Demokratischen Republik Kongo oder im Jemen.
- «Frieden, Krisen, Trump vs. Biden: Was das internationale Genf im Jahr 2024 erwartet» lesen Sie auf SWI swissinfo.ch.
- Was die Schweizer Politik im 2024 erwartet, erfahren Sie im Artikel von Katy Romy und Marc Leutenegger auf SWI swissinfo.ch.
- Und zu guter Letzt haben meine Kollegin Jessica Davis Plüss und die Kollegen Samuel Jaberg und Matthew Allen noch einen Ausblick auf die Schweizer Wirtschaft im 2024 zusammengestellt.
Mehr
Die Schweiz liegt bei der Palliativmedizin auf Platz 13.
Dass die Schweiz zu den international liberalsten Ländern bei der Sterbehilfe gehört, war mir bekannt. Allerdings wusste ich nicht, dass der Satz «Ich gehe in die Schweiz» in einigen Ländern synonym für den Entscheid zum Freitod steht.
In ihrem Artikel nimmt sich meine Kollegin Kaoru Uda nicht dem assistierten Suizid an, sondern der Palliativmedizin. Und hier hat die Schweiz noch einiges zu tun. Laut einer internationalen Studie liegt sie in «der Rangliste der Länder mit der besten Sterbequalität» nämlich lediglich auf auf Platz 13 von 81 Ländern.
Warum steht die Schweiz nicht höher im Ranking? Unter anderem gibt es zu wenig spezialisierte und zertifizierte Palliativbetten, die zudem regional ungleich verteilt sind. Dazu kommt, dass über 70% der Menschen in der Schweiz zu Hause sterben wollen, die allermeisten Menschen mit unheilbaren Krankheiten sterben aber in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. «Mobile Palliativdienste müssten deshalb gestärkt werden», sagt David Blum, Experte für Palliativmedizin und Assistenzprofessor an der Universität Zürich.
Wie aber steht es um die Finanzierung der Palliativpflege in der Schweiz?
- Lesen Sie dazu den Artikel «Palliative Care: Kann man in der Schweiz friedlich sterben?» meiner Kollegin Kaoru Uda auf SWI swissinfo.ch.
- Immer mehr Menschen in der Schweiz entscheiden sich für den Beitritt zu einer Suizidhilfeorganisation. Warum dies so ist, erfahren Sie im Artikel «Schweizer Sterbehilfe-Organisationen vermelden Mitgliederrekorde» auf SWI swissinfo.ch.
- «La Maison de Tara» in Genf bietet in der Palliativpflege eine Alternative zum Spitalaufenthalt. Die Reportage meiner Kollegin Kaoru Uda finden Sie auf SWI swissinfo.ch.
Neun der zehn wertvollsten Unternehmen stammen aus den USA. Aber auch die Schweiz spielt in den oberen Rängen mit.
Wenden wir uns der Wirtschaft zu: Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY hat die 100 wertvollsten börsenkotierten Unternehmen der Welt in eine Liste gepackt (Stichtag 27. Dezember) – die Schweiz ist mit drei Unternehmen in den Top 100 vertreten.
Dies sind der Lebensmittelkonzern Nestlé (Rang 26) und die Basler Pharma-Grosskonzerne Roche (Rang 43) und Novartis (Rang 52). Viele Plätze wettmachen konnte die UBS. Nach der Übernahme der CS belegt die Bank neu den 139. Rang (im Vorjahr lag sie auf Rang 235).
Nicht weiter überraschend haben die meisten Grosskonzerne unter den Top 100 ihren Sitz in den USA. Die Schweiz kommt im globalen Vergleich mit einer Gesamtmarktkapitalisierung der in den Top 100 vertretenen Unternehmen auf Rang 6.
- Welches Unternehmen den Platz 1 belegt, lesen Sie im Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Welche Rolle multinationale Konzerne für den Wohlstand der Schweiz spielen, lesen Sie im Interview mit Annette Luther, Präsidentin von Swissholdings, auf SWI swissinfo.ch.
Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung unterstützt die Feuerwerks-Initiative.
Ein leises Zischen, ein Pfeifen und dann ein Regen von roten, gelben und grünen Funken. Mit Silvester vor der Tür steigt der Verkauf von Böllern, Raketen und Vulkanen. Dass sich die Geister beim Thema Feuerwerk scheiden, ist nicht neu.
Diesen Herbst wurde in der Schweiz die Feuerwerks-Initiative eingereicht, die eine Einschränkung von Verkauf und Verwendung von lautem Feuerwerk für Privatpersonen fordert. Wie eine repräsentative Umfrage von Watson heute zeigt, unterstützt eine grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung diese Forderung: 76 Prozent wollen lautes Feuerwerk für Private verbieten.
In letzter Zeit haben auch diverse Feste auf Feuerwerk verzichtet und stattdessen Drohnenshows gezeigt. Beispielsweise diesen Sommer das Züri-Fäscht, wo 300 Drohnen farbige Motive in den Himmel zeichneten, oder im Frühling in Genf, wo mit 1350 Drohnen laut Organisation die «grösse Drohnenshow Europas» stattgefunden hat. Was ist Ihre Meinung? Sind Drohnenshows die neuen Feuerwerksspektakel?
- Wie das Initiativkomitee und die Feuerwerksbranche auf das Umfrageergebnis reagieren, lesen sie auf WatsonExterner Link.
- Um was es bei der Feuerwerks-InitiativeExterner Link genau geht, hat SRF zusammengefasst.
- Eine Firma aus Luzern will Drohnenshow erschwinglicher machenExterner Link. Lesen und hören Sie den Beitrag auf SRF.
Mehr
Zum Ende kann ich es nicht lassen, auch noch einen kleinen Rückblick einzubauen. Mein Kollege Thomas Kern hat für Sie eine Bildstrecke mit den denkwürdigsten Aufnahmen der letzten zwölf Monaten in der Schweiz zusammengestellt.
Und damit wünsche ich Ihnen zwei schöne letzte Tage im 2023 und dann natürlich einen guten Rutsch ins 2024!
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards