Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Eine Spritze hilft beim Abnehmen, ein Bericht bringt unangenehme Wahrheiten über die Bührle-Kunstsammlung ans Licht, und am Genfer Flughafen werden kofferweise Zigaretten geschmuggelt.
Herzliche Grüsse aus Bern
Mit Wegovy und Co. gegen Adipositas: Schweizer:innen setzen auf die neuen Abnehmspritzen.
Die Schweiz hat weniger übergewichtige Personen als in Deutschland oder die USA. Doch in der Schweiz kommen in Vergleich mit anderen Ländern am meisten Abnehmspritzen zum Einsatz, wie ein Forschungsteam von der Universität Zürich herausgefunden hat.
Diese Spritzen gibt es seit wenigen Jahren, sie heissen Wegovy oder Saxenda, Ozempic wurde für die Studie nicht berücksichtigt. Ursprünglich für Menschen mit Diabetes gedacht, regulieren die Medikamente den Insulinspiegel und das Sättigungsgefühl, so kann auch erfolgreich abgenommen werden.
Doch wieso sind diese Spritzen gerade in der Schweiz so beliebt? «Entscheidend sind sicher die Kosten für die Patientinnen und Patienten», sagt Studienleiterin Kerstin Noëlle Vokinger, Professorin für Recht und Medizin an der Universität Zürich, im Tages-Anzeiger. In der Schweiz übernimmt die Krankenkasse unter gewissen Bedingungen die Kosten für die Abnehmspritzen. Dadurch entstehen jedoch auch hohe Kosten für das Gesundheitswesen, wie CSS-Chefin Philomena Colatrella im Interview mit dem Tages-Anzeiger sagt.
- In anderen Ländern als Lifestyle-Behandlung eingestuft, bezahlt in der Schweiz die Krankenkasse die Abnehmspritzen – Artikel vom Tages-Anzeiger. (Paywall)
- Nau.ch hat das Thema übernommen.Externer Link
- Wie funktioniert die Spritze und was kann sie alles? Artikel von SRF.Externer Link
- Die Forscherin Kerstin Noëlle Vokinger hat im Interview mit SWI swissinfo.ch erklärt, was es braucht, damit Medikamentenpreise fairer werden.
- Zusammenfassung des Tages-Anzeiger-Interviews mit Philomena Colatrella von WatsonExterner Link.
Mehr
Neuer Bericht über Bührle-Sammlung: «Sammlung ist historisch besonders belastet.»
Der Name Bührle ist in der Schweiz bekannt – und belastet. 2021 eröffnete das Kunsthaus Zürich seinen Neubau und zeigte darin Meisterwerke von Cezanne, Monet und van Gogh. Sie waren Leihgabe der Stiftung E.G. Bührle, was zu einem Skandal führte.
Dem Kunstsammler Bührle wird vorgeworfen, die Herkunft zahlreicher seiner Gemälde zu beschönigen. Viele waren der Meinung, dass es sich um Raubkunst handelt und das Museum die Leihgabe nicht hätte annehmen dürfen. Der 1956 verstorbene Bührle hat während des Zweiten Weltkriegs den Nazis Flugabwehrkanonen verkauft und wurde so zum reichsten Schweizer.
Nun zeigt ein neuer Report, dass die Kritik berechtigt war. 133 der 205 Gemälde befanden sich vor 1945 irgendwann im Besitz von Juden und Jüdinnen. «Es gibt einen historisch sehr klaren Zusammenhang zwischen der Verfolgung jüdischer Sammler durch die Nazis und der Sammlung Bührle«, sagt der Verfasser des Berichts.
Die Stadt und der Kanton Zürich sowie der Stiftungsrat des Kunsthauses wollen nun weitere Provenienzforschung betreiben, also die Herkunft der Gemälde ergründen. Zwei Wochen vor dem Bericht kündigte die Bührle-Stiftung an, dass sie sich mit den Erben der Besitzenden von fünf Gemälden einigen werde.
- Der Bericht stellt auch die Verwendung des Namens Bührle in Frage, wie Sie hier in unserem Artikel lesen können.
- Hier finden Sie unseren Artikel über Nikola Doll, die beim Bund für Raubkunst und Provenienzforschung zuständig ist.
Koffer voller Zigaretten: Warum kriminelle Banden beim Schmuggel den Flughafen Genf bevorzugen.
Die Sommerferien haben begonnen, doch nicht in allen Koffern hat es Badesachen oder Wanderschuhe: In der Schweiz haben Grenzbeamt:innen in diesem Jahr schon 600’000 illegal eingeführte Zigaretten beschlagnahmt, wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet.
26 Personen wurden bisher festgenommen, die meisten am Flughafen Genf. Diese hatten durchschnittlich 125 Stangen Zigaretten im Gepäck, das sind etwa 25’000 Zigaretten. Die Schmuggler stammen aus Ländern, in denen Tabakwaren weniger kosten als in Westeuropa. Ihr Ziel ist Frankreich, wo ein Päckchen Zigaretten 11 Euro kostet. Bei diesem Schmuggel redet ein Zollbeamter von einer «Ameisenstrasse» kleinerer Mengen, die nie versiegt.
Im grossen Stil schmuggeln kriminelle Netzwerke aus Osteuropa. Dort werden in manchen Fabriken Überschuss-Zigaretten eigens für den Schmuggel produziert. Diese gelangen über die Autobahn ans Ziel, in Lastwagen transportieren die Banden tonnenweise Tabak oder gleich Maschinenteile, um am Zielort eine illegale Zigarettenfabrik aufzubauen.
- Zigarettenschmuggel ist für die kriminellen Netzwerke weniger riskant als das Herstellen und Verkaufen von Drogen – Bericht von RTS via SWI swissinfo.ch.
- Die Schweiz ist ein Knotenpunkt im internationalen Kokainhandel – Reportage von SWI swissinfo.ch vom Basler Rheinhafen.
Mehr
Wo es in der Schweiz am wärmsten wird und wo die Temperaturen besonders tief unter den Gefrierpunkt fallen.
Zu kalt, zu warm: Die Temperaturen sind gerade ein grosses Thema, die Schweiz hat bis jetzt einen eher kühlen Sommer erlebt. SRF hat einen interessante Übersicht mit zwölf Temperaturen aus der Schweiz erstellt, die einen auf andere Gedanken bringen. Und Sie vielleicht von der Hitze ablenken, falls Sie gerade einen heissen Sommer erleben.
Die tiefste Temperatur, die in der Schweiz je gemessen wurde, ist -52,5 Grad Celsius. Das war auf der Glattalp im Kanton Schwyz, wo das Thermometer regelmässig auf unter -40 Grad fällt. Die Alp liegt knapp 1900 Meter über Meer, in den Talsenken kann sich Kaltluft sammeln. Im thurgauischen Eschlikon ist es noch kälter, nämlich -78,5 Grad. Aber nicht draussen, sondern in einer Fabrik für Trockeneis.
24,12 Grad Celsius ist der Wärmerekord der Aare im Berner Schwimmbad Marzili, gemessen im August 2022. Momentan liegt die Temperatur bei 18,5 Grad, und aufgrund der heftigen Regenfälle wird vom Schwimmen abgeraten. Ganze 500 Grad heiss ist es im AKW Leibstadt, das ist die Betriebstemperatur im Zentrum der Brennstäbe.
- Wissen Sie, wo es in der Schweiz regelmässig 850 Grad warm wird? Im Artikel von SRF finden Sie die Antwort.Externer Link
- Ein unangenehmer Gedanke: Der Sommer ist halb um und in der Schweiz hatten wir bisher gefühlt mehr Unwetter als Sommerwetter – Artikel von SRF MeteoExterner Link.
- Doch es gibt auch Erfreuliches: Zum Beispiel die schönsten Bilder von SRF MeteoExterner Link.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards