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GBI-Chef Vasco Pedrina wird scharf kritisiert

Vasco Pedrina wird unter anderem ein markanter Mitgliederverlust der Gewerkschaft GBI vorgeworfen. Keystone

Vasco Pedrina, der Zentralpräsident der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI), gerät unter Druck. Sektionspräsidenten und -sekretäre werfen ihm in einem internen Papier eine verfehlte Gewerkschaftspolitik vor.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juli 2000 - 16:49 publiziert

Die Gewerkschaftsspitze habe die 1996 festgelegten Vorgaben bei weitem nicht erreicht, bilanzieren 42 Sektionssekretäre und- präsidenten in einem Positionspapier.

"Mit unserer Kritik repräsentieren wir einen grossen Teil der Sektionen", bestätigte der Oberwalliser GBI-Sekretär Beat Jost, einer der Erstunterzeichner, auf Anfrage entsprechende Meldungen der Sonntagspresse.

In nur vier Jahren habe die GBI 20 Prozent ihrer Mitglieder verloren, werfen die Autoren Pedrina vor. Dabei habe die Geschäftsleitung 1996 als Hauptziel ein Wachstum von 122'000 auf 130'000 Mitglieder vorgegeben.

Fehlende Basisnähe

Die Gewerkschaft habe sich immer mehr von den Arbeitern entfernt und so das Vertrauen der Personen mit kleinen und mittleren Einkommen verloren, heisst es im 22 Seiten umfassenden Schreiben.

"Wir haben uns von den Sozialpartnern und bürgerlichen Politikern zu sehr einbinden lassen», erklärte Jost. Aus diesem Grund werde eine verstärkte Gewerkschaftsarbeit in den Betrieben und eine härtere Auseinandersetzung mit den Unternehmern gefordert.

Pedrina sichert offene Diskussion zu

In einer Stellungnahme versicherte Pedrina am Sonntag (02.07.), der Diskussion um bestehende Probleme am GBI-Kongress im Herbst viel Platz einzuräumen. Er zeigte sich bereit, das Positionspapier offen und kontrovers zu diskutieren.

Zwar räumte Pedrina einen herben Rückschlag in der Entwicklung der Mitgliederzahl ein. Als nicht nachvollziehbar bezeichnete er indessen den behaupteten Zusammenhang mit einer angeblich fehlenden Basisnähe der Geschäftsleitung.

Die Mobilisierung im Bau, die Streiks bei den Wäschereien in Basel und Rheinfelden sowie das erfolgreiche Engagement für das Streikrecht in der Bundesverfassung seien Beweis genug, dass die GBI ihre kämpferische Linie weiter verfolge.

Kampfkandidatur möglich

Die Dissidenten haben bereits damit gedroht, bei den Wahlen mit eigenen Kandidaten gegen Pedrina anzutreten, falls die GBI-Spitze zu keinem Kurswechsel bereit sei. Pedrina, seit acht Jahren Zentralpräsident der GBI, will im Herbst für eine weitere Amtsperiode kandidieren.

swissinfo und Agenturen

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