Bischöfe gegen Fristenregelung
Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ist sowohl gegen die vom Parlament beschlossene Fristenlösung als auch gegen die von Abtreibungsgegnern lancierte Volksinitiative "Mutter und Kind". Eine Parole fasst die SBK aber nicht.
«Das menschliche Leben ist von Gott geschaffen und besitzt eine unantastbare Würde», sagte SBK-Präsident Amédée Grab am Donnerstag (06.09.) vor den Medien in Bern. Die in der Fristenregelung enthaltene generelle Straflosigkeit des Schwangerschafts-Abbruchs in den ersten zwölf Wochen sei für die Schweizer Bischöfe unannehmbar. Der Staat nehme damit seine Schutzfunktion für das ungeborene Leben nicht mehr genügend wahr und delegiere ihn weitgehend in die alleinige Verantwortung der betroffenen Frauen, beziehungsweise des Medizinalpersonals.
Die Volksinitiative «Für Mutter und Kind», die zusammen mit dem Referendum zur Fristenlösung vors Volk kommt, wird von den Bischöfen aber ebenfalls als unzulänglich angesehen, wie Grab weiter sagte. «Unzulänglich bezüglich der flankierenden Massnahmen», führte er aus. Allein mit den Mitteln des Strafrechts sei das Problem des Lebensschutzes nicht zu lösen. Dieser müsse vielmehr von einer Mutterschafts-Versicherung, Mutterschaftsurlaub, Kinderzulagen, Kinderkrippen, reduzierten Krankenkassentarifen, Steuererleichterungen sowie weiteren Massnahmen begleitet werden.
Papierlose: Lösung nach Kategorien
Die Bischofskonferenz hatte sich in der vom Montag bis am Mittwoch dauernden Tagung in Givisiez (FR) auch mit dem Problem der Papierlosen beschäftigt. Bernard Genoud, Bischof von Lausanne, Genf, Fribourg, plädierte dabei für eine «Lösung nach Kategorien». Als Kriterien schlägt die SBK unter anderem die Aufenthaltsdauer in der Schweiz, die Anstellung und die Bereitschaft des Arbeitgebers zu deren Weiterführung.
Die Papierlosen hätten aber ein Recht, als Menschen behandelt zu werden. Ein besonderes Augenmerk gelte es auch auf die Kinder Papierloser zu werfen. «Wir können sie nicht bestrafen für die illegale Situation ihrer Eltern», sagte Genoud.
swissinfo und Agenturen
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