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Kirche thematisiert die Homosexualität

Ein Buch soll die Diskussion über Gleichgeschlechtlichkeit innerhalb der Kirche anregen. KiK-Verlag

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund stellt die Homosexualität zur Diskussion und wünscht sich dabei "mehr Offenheit und weniger gereizte Stimmung". Ein für den Herbst erwarteter Gesetzesentwurf mache das Thema für alle Kirchen aktuell.

In der heissen Phase der Debatte über Homosexualität hat der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) nicht eingegriffen, sagte Pierre Vonaesch bei der Präsentation des Buches “Unterwegs zu neuen Horizonten. Gleich-Geschlechtlichkeit: Überlegungen und Gesprächsanstösse zu den Stellungnahmen der Evangelischen Kirchen der Schweiz” am Dienstag (05.06.)in Bern.

Die Kirche stelle sich nun der Diskussion, die sich erstmals in den 70er Jahren und in einer zweiten Phase innerhalb der evangelischen Kirche Ende der 90er Jahre abgespielt habe. Dazu soll die Frage kritisch hinterfragt und neue Wege aufgezeichnet werden.

Auch innerhalb der evangelischen Kirche sei man sich in diesem Bereich durchaus nicht einig, erklärte Vonaesch. Nach wie vor sei ein deutliches Gefälle zwischen Deutsch- und Westschweiz festzustellen. Und auch in Deutschschweizer Kirchgemeinden seien nicht alle mit kirchenrechtlichen Anpassungen einverstanden.

Verletzung der Menschenwürde

Doch gerade in diesen Kreisen hoffe man, mit dem Buch etwas zu bewegen, sagte eine der Autorinnen, die Genfer Pfarrerin Isabelle Graesslé. Denn die “Homosexualität ist ein Beispiel, wie Menschenwürde verletzt werden kann”, fügte Mitautor Christoph Müller, Dekan der Evangelisch-theologischen Fakultät Bern, an.

Gesetzesentwurf im Herbst

Unmittelbare Aktualität hat das Thema mit der Ankündigung des Bundesamts für Justiz erhalten, dass im Herbst ein Gesetzesentwurf vorlegen wrid, der für homosexuelle Paare die Möglichkeit einer registrierten Partnerschaft vorschlägt. Diese neue Ausgangslage fordere alle Kirchen erneut heraus.

Im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund sind 23 evangelische Mitgliedkirchen zusammengeschlossen. Damit repräsentiert der SEK rund 2,6 Mio. Protestantinnen und Protestanten. Er vertritt die Anliegen des schweizerischen Protestantismus auf nationaler und internationaler Ebene.

swissinfo und Agenturen

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