Sans-Papiers besetzen Kirche
Rund 20 ausländische Staatsangehörige ohne gültige Papiere besetzen seit Montag (04.06.) eine Kirche in Freiburg. Mit diesem "Akt des Widerstands" fordern sie eine einheitliche Regelung für Papierlose sowie totale Personenfreizügigkeit.
Rund 100 Personen begannen kurz nach Mittag die Besetzung der katholischen Kirche St.-Paul. Die Aktion an diesem symbolischen Tag sei nicht der Endpunkt, sondern erst der Beginn einer Bewegung, mit der die Papierlosen ein nationale Dynamik auslösen wollten, hiess es. «Es ist ein Appell an Papierlose, aus dem Schatten zu treten.»
Von den 100 Menschen ohne Papiere, welche am Montag die Bewegung initiierten, wollen 20 die Kirche längerfristig besetzen. Nicht weniger als zehn Nationalitäten sind mitvertreten. Darunter befinden sich sowohl Saisonniers in einer ungeregelten Situation als auch Schwarzarbeiter und Personen, deren Asylgesuch abgelehnt wurde.
Da die Räumlichkeiten der Pfarrei, wo sich die Besetzer einrichten wollten, geschlossen waren, versammelten sich die Papierlosen am Nachmittag zunächst in der Kirche selbst.
Am Nachmittag wurde mit dem Bistum und der Kirchgemeinde über das Verbleiben der Besetzer verhandelt. Schliesslich gab Kirchgemeindepräsident Etienne Gruber den Besetzern ein provisorisches Bleiberecht in den Räumen der Pfarrei. Man sei übereingekommen, die Situation in zwei Tagen neu zu beurteilen, wie die Freiburger Polizei mitteilte.
Die 20 Besetzer, vorab Familien mit Kindern, sind indes entschlossen, die Pfarrei dauerhaft zu besetzen.
Papierlosen-Kollektive aus Basel und Zürich haben den Besetzern in Freiburg ihre Unterstützung versichert. Papierlose, die seit 40 Tagen eine Kirche in Lausanne besetzen, solidarisierten sich mit der Gruppe.
swissinfo und Agenturen
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