Tibet-Ausstellung: Tausende wollten Dalai Lama sehen
Basel stand an diesem Wochenende im Zeichen Tibets und des Dalai Lamas. Das geistige Oberhaupt der Tibeter besuchte die Stadt zur Eröffnung einer grossen Tibet-Ausstellung. Auch Bundesrätin Ruth Dreifuss war zugegen.
Die Eröffnung der Ausstellung «Tibet – Buddhas Götter Heilige» im Basler Museum der Kulturen fand am Sonntag( 06.05.) im vollbesetzten Basler Münster statt. Der Anlass wurde nach Schätzung der Basler Regierung von rund 4’000 Menschen in und vor dem Münster verfolgt.
Der Dalai Lama begrüsste die Ausstellung. Er äusserte die Hoffnung, dass sie das Bewusstsein für die tibetische Kultur vergrössern werde. Museums-Direktorin Clara Wilpert erinnerte daran, dass die Schweiz die Heimat der grössten Tibeter-Gemeinschaft in Europa sei.
Bundesrätin Ruth Dreifuss bezeichnete in ihrer Ansprache die Botschaft des tibetischen Buddhismus als universell. Es sei eine Botschaft der Toleranz und des Mitgefühls. «Diese Botschaft hat kulturelle Schranken überwunden, die nicht minder hoch sind als die Berge des Himalaya», sagte Dreifuss.
Bedeutendste Sammlung in Europa
Das Basler Museum der Kulturen hatte die 750 Objekte umfassende «Sammlung Essen» vor zwei Jahren dank einer Schenkung der Mäzenin Catherine Oeri erwerben können. Diese bedeutendste Sammlung tibetischer Kunst Europas war vom deutschen Religionswissenschafter Gerd-Wolfgang Essen zusammengetragen worden.
Bereits am Samstag (05.05.) hatte der Dalai Lama einen öffentlichen Auftritt vor mehreren tausend Menschen in und – via Grossleinwand – vor dem Münster .Der Dalai Lama sprach in englischer und tibetischer Sprache – mit Übersetzung – über das Streben nach Glück, das allen Menschen gemeinsam sei.
Anlass zu Optimismus
An einer Medienkonferenz am Samstagabend kam der Dalai Lama auch auf politische Themen zu sprechen. China müsse in die politische Weltgemeinschaft integriert werden, sagte er. Bezüglich Demokratie, Menschenrechten und der Tibetfrage müsse China gegenüber aber eine feste Haltung eingenommen werden.
Schaue man in das Land Tibet hinein, so sehe die Situation derzeit hoffnungslos aus, so der Dalai Lama weiter. Dennoch sehe er Anlass zu Optimismus: So gebe es in China Anzeichen für mehr Demokratie und Menschenrechten.
Besuch in Zürcher Ausstellung
Im Anschluss an seinen Basler Aufenthalt stand für den Dalai Lama ein Besuch der Ausstellung «Traumwelt Tibet» im Völkerkundemuseum der Universität Zürich auf dem Programm. Als Geschenk für den Dalai Lama hatte das Museum eine 50jährige handgezeichnete Landkarte Tibets ausgesucht.
swissinfo und Agenturen
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