Grabungen bei Basler Keltenwall bringen neue Funde zutage
In den Sommerferien beginnen die Arbeiten für die neue Informationsstelle beim spätkeltischen Murus Gallicus in Basel. Bei den vorgängigen Grabungen sind mehrere neue Objekte aufgetaucht. Die Wissenschaft erhofft sich daraus neue Erkenntnisse über den Keltenwall.
(Keystone-SDA) Das Grabungsteam entdeckte einen Stück des Wallkörpers aus dem ersten Jahrhundert vor Christus mit Resten diverser Holzkonstruktionen. Die Balkenstücke waren teilweise verkohlt. Anzunehmen ist, dass die Kelten die Hölzer im Feuer härteten, um sie länger haltbar zu machen, wie Kantonsarchäologe Guido Lassau am Donnerstag vor den Medien sagte.
Manche Holzstücke seien aussergewöhnlich gut erhalten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Archäologischen Bodenforschung gipsten sie ein, um sie mit einem Computertomographen zu röntgen. Dies erlaubt es, die Jahresringe zu erkennen und so das genaue Alter des Bauwerks zu bestimmen. Leider seien bisher die Anzahl Jahresringe noch zu gering gewesen, um diese Hoffnung zu erfüllen, sagte Lassau.
Die Archäologie konnte bei der Grabung in der Siedlung hinter dem Wall diverse handwerkliche Aktivitäten nachweisen, unter anderem das Schmieden. Sie fanden auch Gegenstände, die für den Übergang in die römische Zeit stehen. Dazu gehört eine bronzene, sternförmige, Fibel, die wohl eine Römerin einst als dekorative Brosche getragen hatte. Auch ein Schreibgriffel aus Knochen kam zum Vorschein. Damit wurden Buchstaben in Wachsflächen von Schreibtafeln geritzt.
Der Ort um den Murus Gallicus an der heutigen Rittergasse wurde auch nach der Eisenzeit genutzt. In römischer Zeit entstand eine Siedlung beim Graben. Um 300 nach Christus bauten die Römer in der Nähe des ursprünglichen keltischen Walls wiederum eine Befestigungsanlage. Im frühen Mittelalter wurde der Ort als Friedhof genutzt.
Unterirdische Infostelle öffnet 2027
Die neue Informationsstelle öffnet im September 2027. In einem unterirdischen Besucherraum sollen Interessierte die archäologischen Funde aus der Nähe betrachten. Der Grosse Rat bewilligte dafür 2024 rund 3 Millionen Franken.
Da das Gebäude nebenan seit 2020 wieder als Primarschule statt Verwaltungsgebäude dient, kamen sich der Pausenhof und die alte Informationsstelle in die Quere, was ein Sicherheitsproblem darstellte. Die unterirdische Variante entflechtet beides voneinander und ermöglicht einen grösseren Pausenhof.