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Helikopter müssen St. Galler Alpen mit Wasser versorgen

Hubschrauber müssen die St. Galler Alpen mit Wasser versorgen
Hubschrauber müssen die St. Galler Alpen mit Wasser versorgen Keystone-SDA

Mit Helikoptern ist in den letzten Wochen Wasser auf Alpen im Kanton St. Gallen transportiert worden. Es sei aber unklar, wer dafür zuständig sei und wann die Hilfsangebote in Anspruch genommen werden könnten, heisst es in einem neuen Vorstoss aus dem St. Galler Kantonsrat.

(Keystone-SDA) Die anhaltende Trockenperiode habe zu Wasserknappheit in verschiedenen Regionen des Kantons St. Gallen geführt, schrieben die beiden Kantonsratsmitglieder Franziska Steiner-Kaufmann (Mitte) und Fredy Louis (SVP) in ihrem Vorstoss, den sie letzte Woche einreichten.

Besonders betroffen seien die Alpen im Kanton, deren Wasserversorgung aufgrund ihrer Lage oder der fehlenden Erschliessung nur eingeschränkt sichergestellt werden könne. «In einzelnen Fällen muss Wasser mit Helikoptern auf die Alpen transportiert werden.»

Unterschiedliche Unterstützer

Es sei klar, dass die Verantwortung für eine ausreichende Wasserversorgung grundsätzlich bei den Besitzerinnen und Besitzern der Alpen liege. Der Kanton unterstützte zudem Investitionen in eine nachhaltige Infrastruktur. «Trotzdem können aussergewöhnliche Wetterlagen dazu führen, dass kurzfristig zusätzliche Hilfe notwendig wird.»

Solche Wassertransporte würden je nach Situation von unterschiedlichen Stellen unterstützt und mitfinanziert. Im Vorstoss werden «kommunale oder regionale Krisenstäbe, die Armee, die Coop-Patenschaft für Berggebiete oder auch die Schweizer Berghilfe» aufgezählt.

Kein neues Thema

Es scheine aber unklar zu sein, welche Stelle in einer aktuellen Notlage die Koordination übernehme, welche Unterstützungsangebote bestünden und nach welchen Kriterien diese beansprucht werden könnten. «Für die betroffenen Älplerinnen und Älpler ist diese Unsicherheit in einer ohnehin schwierigen Situation belastend.»

Das Thema beschäftigte die Politik schon nach der letzten ähnlichen Trockenperiode. 2018 gab es ebenfalls einen Hitzesommer und es brauchte Wassertransporte auf verschiedenen Alpen. In einer Bilanz schrieb die Regierung im Dezember 2018 von «zwölf Helikopterflügen der Armee auf Alpen im Raum Schänis/Amden».

Das Thema wurde danach weiterverfolgt. Die Mitte-GLP-Fraktion verlangte von der Regierung, sie solle in einem Bericht aufzeigen, wie in künftigen Extremsituationen die Wasserversorgung sichergestellt werden könne. Im März 2022 wurde dazu ein rund 100-seitiger Bericht veröffentlicht.

Trinkwasser für Käseherstellung

Darin werden die Alpen unterschiedlich eingestuft, je nachdem, ob dort Käse hergestellt wird. Der Grund: Für die Käseproduktion brauche es Wasser in Trinkwasserqualität. Im Obertoggenburg, Sarganserland, Werdenberg und in der Region Zürichsee-Linth gebe es auf den Alpen bereits heute in Trockenjahren Probleme mit der Wasserknappheit, heisst es im Bericht.

Diese Situation werde sich bis ins Jahr 2040 verschärfen. Vor allem im Karstgebiet rund um die Churfirsten seien längere Trockenperioden problematisch, da das Regenwasser sehr schnell abfliesse und die Quellwasserversorgungen nicht genügend Tränkewasser liefern könnten.

Weniger Regen für Zürichsee-Linth

Die Alpen in Zürichsee-Linth bekämen aufgrund der Topografie in trockenen Sommern tendenziell weniger Niederschlag als die Alpen im Sarganserland, Werdenberg und Obertoggenburg. Deshalb seien die Probleme mit der Wasserknappheit in der Region Zürichsee-Linth stärker spürbar.

Die Regierung kündigte Massnahmen an. Dazu gehören Verbesserungen der Infrastruktur. Eine Lösung sei der Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Alpbetriebe, für die ein Anschluss oft mit grösserem Aufwand verbunden sei, erhielten Unterstützung. Das Landwirtschaftliche Zentrum SG habe zudem die Checkliste «Trockenheit im Sömmerungsgebiet» ausgearbeitet.

Wie weit die Verbesserungen bereits fortgeschritten sind, wird die Regierung in der Antwort auf den aktuellen Vorstoss beantworten. «Gibt es eine zentrale Anlaufstelle für betroffene Alpbewirtschafter», lautet eine der Fragen. Angeregt wird auch ein runder Tisch mit allen relevanten Anspruchsgruppen. Bei höherer Gewalt sollten «unbürokratisch und zeitnah Wassertransporte auf Alpen ohne Zufahrt organisiert werden», fordern die beiden Kantonsratsmitglieder.

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