HVB-Chef kritisiert deutschen Bankenmarkt
MÜNCHEN (awp international) – HypoVereinsbank-Chef Theodor Weimer sieht wegen struktureller Probleme im deutschen Bankenmarkt die Entwicklung seines Instituts in Gefahr. Zwar habe der neue Unicredit-Chef Federico Ghizzoni klargestellt, dass er an allen Aktivitäten in Deutschland festhalte und die Position verbessern wolle, sagte Weimer der «Wirtschaftswoche». «Aber wenn sich die Rahmenbedingungen in Deutschland nicht positiv verändern, fällt es mir als Deutschlandchef zunehmend schwer dafür zu werben, dass das knappe Eigenkapital der Gruppe hier investiert wird.»
Ghizzoni war vor wenigen Wochen vom Verwaltungsrat der italienischen Grossbank einstimmig zum Nachfolger Alessandro Profumos ernannt worden. Die HypoVereinsbank gehört zur UniCredit-Gruppe.
Der deutsche Bankenmarkt sei zu wenig profitabel, sagte Weimer. Er forderte dem Bericht zufolge die geordnete Abwicklung von Banken ohne überlebensfähiges Geschäftsmodell: «Das wäre im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld durchaus möglich». Die Eigentümer verfolgten das Thema aber nicht mit Nachdruck. «So fördern sie Verhaltensweisen, die für das gesamte deutschen Bankwesen fatal sind.» Einige Landesbanken wollten im Firmenkundengeschäft mit Kampfkonditionen Marktanteile gewinnen. Auch sei es ein Unding, dass staatlich gestützte Banken mit hohen Garantieboni Spezialisten von Geschäftsbanken abwerben./dwi/DP/he