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Jurist Sands erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Keystone-SDA

Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Er arbeitet als Menschenrechtsanwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag.

(Keystone-SDA) Sands setze sich «für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein», sagte Börsenvereins-Vorsteher Sebastian Guggolz, Vorsitzender des Stiftungsrats. «Der Nachkomme von Holocaustüberlebenden zeigt entlang der eigenen Familiengeschichte, wie dieses Recht entstanden ist und welche Erfahrungen hinter den Tatbeständen «Genozid» und «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» stehen.»

25.000 Euro Preisgeld

Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro (rund 23.000 Franken) dotiert. Gewürdigt werden damit Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – die Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen in Deutschland – vergibt den Preis seit 1950. Die Ehrung wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse überreicht – in diesem Jahr am 11. Oktober.

Arbeit am Internationalen Strafgerichtshof

Sands wurde 1960 in London geboren. Er ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School. Er arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und wirkte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mit.

Dabei setzte er sich unter anderem für Palästinenser und Rohingya ein. Mit anderen Juristen entwickelte er den Tatbestand des «Ökozids» für Katastrophen durch globale Erderwärmung.

Biografie und Völkerrecht

Neben der Veröffentlichung juristischer Fachliteratur ist Philippe Sands auch als literarischer Sachbuchautor tätig. Seine Herangehensweise liege «jenseits der üblichen Grenzen zwischen Sachbuch, literarischer Erzählung und Reportage», so der Stiftungsrat: Er verbinde persönliche Lebensgeschichten mit den grossen Fragen des Völkerrechts.

In «Rückkehr nach Lemberg» und «Die Rattenlinie» schreibt er gegen das Vergessen an. Zwei Strafverfahren, an denen er am Internationalen Gerichtshof beteiligt war, bilden die Grundlage für «Die letzte Kolonie» und «Die Verschwundenen von Londres 38».

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