Kanton Tessin erklärt Bruno Bréguet für verschollen
Der seit 1995 verschwundene mutmassliche Terrorist Bruno Bréguet ist vom Bezirksrichter von Locarno für verschollen erklärt worden. Bréguet war 1970 in Israel wegen Sprengstoff-Besitzes verhaftet worden und galt als Vertrauter des venezolanischen Terroristen Carlos.
(Keystone-SDA) Der im Tessiner Muralto geborene Bruno Bréguet war im November 1995 auf der Überfahrt zwischen Ancona und Igoumenitsa spurlos verschwunden. Nun wurde das Verschwinden des mutmasslichen Terroristen auch von der Tessiner Justiz offiziell festgestellt. Der Entscheid des Bezirksrichters von Locarno wurde im Amtsblatt veröffentlicht.
Bréguet soll sich schon als Gymnasiast mit der terroristischen Organisation «Volksfront zur Befreiung Palästinas» identifiziert haben. 1970 wurde er im Alter von 20 Jahren in Israel wegen eines mutmasslichen pro-palästinensischen Anschlags verhaftet. Bei der anschliessenden Freiheitsstrafe soll er sich radikalisiert haben. Konkret sagte man Bréguet nach, dass er Verbindungen zum venezolanischen Terroristen Carlos pflegte.
Mysteriöses Verschwinden
1982 wurde er in Frankreich erneut inhaftiert, und zwar wegen mutmasslicher Komplizenschaft mit Carlos. Gemäss der These eines auf Nachrichtendienste, Propaganda und Terrorismus spezialisierten Schweizer Historikers soll der Tessiner Anfang der 1990er-Jahre von der CIA rekrutiert worden sein, um Informationen zu Carlos zu liefern.
Auch zum Verschwinden des Tessiners gibt es zahlreiche Thesen. Laut der griechischen Presse soll Bréguet vom französischen Geheimdienst verschleppt worden sein. Andere wiederum waren überzeugt, dass er mit einer neuen Identität an einem anderen Ort weiterlebte. Sein Vater soll zum Zeitpunkt des Verschwindens gesagt haben, er glaube, sein Sohn habe sich ins Meer gestürzt.