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14. Berner Tanztage: Spiel mit Geschlechter- Identitäten

Andreas Greber

Mit der Fussballpersiflage "A Dance Tribute to the Art of Football" eröffnet die norwegische Jo Stromgren Kompani am Freitag (25.08.) in der Dampfzentrale die 14. Berner Tanztage. Leitmotiv ist das subversive Spiel mit Geschlechter-Identitäten.

«sexchangesex» heisst das diesjährige Tanztage-Motto, unter dem acht Ensembles, darunter die Westschweizer Alias Compagnie und das Luganeser Teatro Sunil, bis zum 10. September nach Bern geladen wurden.

Entlarvte Männerrituale

Der zeitgenössische Tanz habe die Faszination von geschlechtlichen Grenzwanderungen in der Travestie und in androgynen Varianten längst entdeckt, schreibt Reto Clavadetscher im Programm. So entlarvt beispielsweise Jo Stromgrens humorvolles «Footballet» als Eröffnungsproduktion die Männerrituale auf dem grünen Rasen – vom gegenseitigen Bespringen nach einem Torschuss bis hin zum gemeinsamen Duschen nach Spielschluss.

Der Contratenor und Tänzer Joaquim Sabaté wirft mit seiner Weill-Revue «A Touch of Weill» für zwei Sänger/Tänzer seinerseits einen karikierenden Blick auf männliche Geschlechter-Scharaden am Beispiel von Dragqueens. Auch «Kiss me here» der Tanzcompagnie Rubato, eine Choreografie der Berlinerin Jutta Hell für drei Tänzer und einen Gesangskünstler, lässt die Männer zwischen Mann- und Frausein oszillieren.

Die Mark Sieczkarek Company aus Schottland reist mit dem Aids-Stück «Red Hot» an, einer sexy getanzten Show und ausgelassenen Feier der Liebe.

«Mr. Winter» von Alias Compagnie

Die Schweiz ist in dieser Ausgabe zweimal vertreten: Als regelmässiger Gast ist auch wieder die renommierte Alias Compagnie dabei. Sie zeigt ihre letzte Woche am Zürcher Theaterspektakel uraufgeführte Produktion «Mr. Winter». Darin geht es um Episoden in einem mediterranen Souvenirgeschäft, in dem Madonnafiguren und Getränke, Bibeln und Zeitungen verkauft werden.

Das Tessiner Teatro Sunil bringt mit «Percossi obbligati» Clownerien für ein junges Publikum über alltägliche Leiden und Freuden zweier Menschen nach Bern. Das Hans Hof Ensemble zeigt mit den Szenen «Stadt bei Nacht» schräges Tanztheater mit Situationskomik. Und den Abschluss macht die für ihre reduzierte Bewegungssprache bekannte dänische Perfomancegruppe Von Heiduck mit «Salomé».

Die Tanzaufführungen werden auch dieses Jahr wieder durch ein Rahmenprogramm mit Tanzvideos, Discos und Workshops begleitet. Gelegenheit für persönliche Erfahrungen mit querem Rollentausch und Travestien bieten die beiden Drag Nights «sex change» am 8. und 9. September.

swissinfo und Agenturen

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