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Auswandern nach Australien (5): Christian Stucki

Die Aussicht von Christian Stuckis Haus. swissinfo.ch

Seine Reiselust hat Christian Stucki um die ganze Welt getrieben, gelandet ist er schliesslich in Tasmanien. Dort sorgt er als Koch für Furore.

Christian Stucki war schon immer ein Abenteurer. Mit 16 Jahren fuhr er mit dem Fahrrad von Bern nach Paris, weil er die Schule endgültig satt hatte.

Der Berner wollte in die Fremdenlegion einrücken. Nach einer Woche Hunger und einer erfolglosen Suche nach den Legionärs-Sammelstellen fuhr er wieder nach Hause.

Das Reisefieber liess ihn jedoch nicht mehr los. «Es war immer so, als ob ich an eine Hausecke gekommen wäre: Ich musste immer wissen, was sich dahinter verbirgt», sinniert Stucki.

Tasmanien via Afrika

Kurz nach seiner Ausblidung zum Mechaniker verliess er die Schweiz und arbeitete mehrere Jahre als Dieselmonteur in grossen Minen in Südafrika und Sambia.

«Ich habe mich ein paar Mal auf Stellen gemeldet, wo ich nicht genau wusste, was mich erwartet,» lacht Stucki. «Aber es ging immer gut aus.»

So auch die einjährige Heimreise in die Schweiz. Zusammen mit einem Freund kaufte Stucki einen alten VW, motzte diesen reisetauglich auf und fuhr über Südafrika und Indien zurück in die Schweiz.

Swiss cuisine

Nach der Heirat mit seiner tasmanischen Ehefrau Geraldine und nach einer erfolgreich abgeschlossenen Hotelfachschule, liess sich Christian Stucki in Tasmanien nieder.

Heute führt er zusammen mit seiner Frau das Restaurant «Stuckis Farm House» in Tea Tree, einem kleinen Ort in der Nähe von Richmond. Ein Restaurant, das laut Tasmaniern zu den besten der Insel, wenn nicht ganz Australiens gehört.

In seiner Kochkarriere hat Stucki an einigen sehr exotischen Orten gearbeitet. Er war Koch auf Ölplattformen in der Ost-Timor-Sea, sorgte für das leibliche Wohl von Expeditions-Mitgliedern in der Antarktis. Und er lernte die Kombüsen mehrerer grosser Fähren rund um Tasmanien von innen kennen.

Identitätsprobleme

Das Umherziehen war für Christian Stucki immer eine Suche. «Allerdings habe ich bis heute nicht herausgefunden, was ich eigentlich suche», sagt er.

Nach all den Jahren im Ausland, hat Christian Stucki ein gespaltenes Verhältnis zur Schweiz. «In der Schweiz bin ich mehr Australier. Lebe ich hier in Tasmanien, fühle ich mich mehr als Schweizer.»

Christian Messerli, Tasmanien

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