Boutros-Ghali: Mehrsprachigkeit fördert Demokratie
Der Frankophonie-Generalsekrektär Boutros Boutros-Ghali hat nach seinem Treffen mit Aussenminister Joseph Deiss am Montag (25.06.) in Bern die Bedeutung der Mehrsprachigkeit unterstrichen. Boutros- Ghalis Organisation will sich nicht nur für das Französische einsetzen.
Die Mehrsprachigkeit könne wie Mehrparteien-Systeme funktionieren und so demokratische Prozesse unterstützen, sagte der ehemalige UNO- Generalsekretär weiter. Dies sei ebenfalls ein Ziel der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF), die sich nicht nur für sprachliche, sondern auch für politische Anliegen einsetze.
Auch Aussenminister Deiss wies auf den Einsatz der OIF für die Mehrsprachigkeit hin, wodurch auch die Deutschschweiz von der Arbeit der Organisation betroffen sei. In der OIF seien zudem nur wenige Länder, wo nur Französisch gesprochen wird.
Vorbereitung von Konferenzen
Demokratie und Menschenrechte bildeten einen Schwerpunkt der Gespräche zwischen Boutros-Ghali und Deiss. Daneben besprachen die beiden auch die Vorbereitung für den nächsten Gipfel der Staats- und Regierungschefs der frankophonen Länder im Herbst in Beirut. Zudem erfolgte der Besuch in Hinblick auf die Ministerkonferenz der Frankophonie, welche die Schweiz 2002 in Lausanne abhalten wird.
Der Generalsekretär der OIF, Boutros-Ghali, kam in seiner Funktion nach 1998 das zweite Mal in die Schweiz. Heuer traf er auch mit Bundespräsident Moritz Leuenberger zusammen, der die Schweiz am Gipfel in Beirut vertreten wird.
Seit 15 Jahren
Die OIF, die vor 15 Jahren auf Initiative des damaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterrand gegründet wurde, zählt 51 Mitgliedstaaten. Die Organisation wird von der Schweiz mit 13,7 Mio. Franken unterstützt. Die Hälfte dieses Beitrags geht an den französischsprachigen Sender TV5, der Sendungen aus mehreren Ländern ausstrahlt.
swissinfo und Agenturen
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