Calvin-Gedenk-Gottesdienst in Genf
Zum Gedenken an den 500. Geburtstag des Genfer Reformators Johannes Calvin ist in der Genfer Kathedrale St. Pierre ein Gedenkgottesdienst abgehalten worden. Als Hauptrednerin trat Bundesrätin Micheline Calmy-Rey auf.
Die protestantische Kirche Genf und der Reformierte Weltbund hatten zur Feier eingeladen, die allen Konfessionen offen stand. Der Gemeinschaftsgedanke sei prägend in Calvins Doktrin, erinnerte die Schweizer Aussenministerin in ihrer Rede.
Der Mensch sei dazu bestimmt, Bindungen zu andern einzugehen und sich durch Arbeit, Fleiss und Bescheidenheit Gott anzunähern. Schamlose Bereicherung gehöre nicht in dieses Konzept.
Damit distanzierte sich die sozialdemokratische Politikerin vom von manchen erhobenen Vorwurf, die von Calvin mitbegründete protestantische Ethik habe den westlichen Kapitalismus und deshalb auch die derzeitige Finanzkrise erst ermöglicht.
Johannes Calvin wurde am 10. Juli 1509 in Noyon in der französischen Picardie geboren. Von 1541 bis zu seinem Tod 1564 lebte er im Exil in Genf.
swissinfo.ch und Agenturen
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