Expo.02: Das Herzstück Kultur
Ein halbes Jahr vor der Eröffnung der Landes-Ausstellung nimmt auch das Kulturprogramm Formen an. Während den 159 Expo-Tagen sind über 10'000 Darbietungen geplant.
Erstmals gaben am Mittwoch in Neuenburg Generaldirektorin Nelly Wenger und ihr Kulturverantwortlicher Daniel Rossellat einen Überblick über ihr Kulturprogramm, das auch die Gastronomie und den Sport umfasst und unter dem englischen Titel «Events» läuft.
Die Zahlen sind beeindruckend. Rund 25’000 Künstlerinnen und Künstler wollen auf 22 Bühnen in rund 1’800 Projekten über 10’000 Vorstellungen geben. Ein Grossteil des Kulturprogramms wird gratis angeboten; nur 600 bis 700 Vorstellungen sollen kostenpflichtig sein. Das definitive Kulturprogramm steht Ende Januar 2002.
Es werde ein multikulturelles Festival sein, und es werde «vermutlich das grösste Festival sein, das jemals in der Schweiz organisiert wurde», sagte Rossellat. Die Aufgabe dieses «Feuerwerks der Bewegungen» sei es, «Festival-Atmosphäre zu schaffen», sagte Wenger, die mit den 106 Millionen Franken, die ihr dafür zur Verfügung stehen, «hohe Ambitionen» verknüpft.
Mummenschanz
Morgens sollen die Expo-Besucher vor allem die Ausstellungen besuchen. Am Nachmittag bietet die Expo Kurzdarbietungen vom Typ Strassentheater. Ab Abend schliesslich werde zu den eigentlichen Kultur-Events geladen, und bis in die Nacht hinein hätten dann noch die Clubs geöffnet.
Man habe vor allem junge Künstler und neue Talente berücksichtigen wollen, hiess es. Das Programm sei darum nicht auf prestigeträchtige Vorstellungen fokussiert, sondern decke einen möglichst breiten Horizont ab.
Etwas verloren wirken jedenfalls die beiden Dirigenten Zubin Mehta und James Levine, die beiden einzigen internationalen Stars im Programm, die im August vom Verbier-Festival ins Drei-Seen-Land hinabsteigen und je ein Konzert dirigieren werden.
Die bekanntesten Schweizer Künstler gehören zur St. Galler Mimentruppe Mummenschanz, der die Expo ein eigenes Theater baut. Mummenschanz wird dabei weitere einheimische Künstler wie Gardi Hutter, Dimitri oder Emil auf ihre Bühne bitten.
«A Song of Earth»
«Neben zahlreichen Gastspielen gibt es in den verschiedenen Kultursparten auch einige Uraufführungen. Im Auftrag der Expo.02 entsteht die Oper «Black Tell», für die fünf Schweizer Komponisten die Musik schreiben. Sie wird in den vier Landessprachen Musikstile von Klassik bis Jazz, Rock und Rap mischen.
Im Bereich Klassik komponiert der Freiburger Laurent Mettraux das Oratorium «Le nom caché», der Jurassier Abner Sanglard schreibt sein erstes «Concerto für Klavier und Orchester», und das Projekt «Libretto» gibt Komponisten jeder Couleur eine Plattform. Für die Klassik steht auf der Arteplage in Murten das «Tente Centenaire» von Jean Nouvel zur Verfügung.
Für den Bereich Schauspiel, hat Denis Rabaglia das Stück «Artemisia» geschrieben, das im Val-de-Travers, im Land des Absinth, spielt. Für kleine Besucher schafft Antonio Catalano mit «Gli universi sensibili» eine magische Welt.
Schliesslich wartet der Bereich Volksmusik mit der Uraufführung der Kantate «Dame Helvétie» auf, in der Komponist Thierry Besançon volkstümliche und klassische Musiker zusammen bringt. Das grösste kulturelle Projekt ist jedoch die Uraufführung des Konzertstücks «A Song of Earth» des Zürcher Komponisten Mario Beretta, in dem 400 junge Instrumentalisten und ein 600-köpfiger Chor auf der Bühne stehen werden.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch