Glückskette verzeichnet neuen Sammelrekord und gibt sich neue Strukturen
Die schweizerische Glückskette hat in den vergangenen 15 Monaten rund 130 Millionen Franken an Spenden eingenommen und damit einen absoluten Sammelrekord erzielt. Als Folge ihres wachsenden Engagements gibt sich die Organisation neue Strukturen.
Die schweizerische Glückskette, der karitative Arm der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR idée suisse, hat in den vergangenen 15 Monaten rund 130 Millionen Franken an Spenden eingenommen und damit einen absoluten Sammelrekord in ihrer 53-jährigen Geschichte erzielt. Als Folge dieses wachsenden Engagements gibt sich die Organisation neue Strukturen und eine neue Führung, wie es am Montag (10.01.) an einer Medienkonferenz hiess.
Die Geschicke der Glückskette werden neu von einem dreiköpfigen Direktorium geleitet. Es handelt sich dabei um den 51-jährigen Felix Bollmann, den 52-jährigen Roland Jeanneret und den 42-jährigen Heribert Kaeser. Der ehemalige IKRK-Delegierte Kaeser übernimmt innerhalb des Führungsgremiums die Verantwortung für die Planung, Durchführung und das Controlling der Projekte, während der Radiojournalist Jeanneret als Delegierter für die deutschsprachige Schweiz neu auch die Leitung der Kommunikation übernimmt. Der ehemalige Direktor der zweiten Senderkette des Westschweizer Radios, Bollmann, ersetzt schliesslich den Ende Jahr in den Ruhestand getretenen Direktor Jean Martel in der Gesamtleitung und im Bereich Finanzen.
Im Weiteren konnte der frühere Direktor von Radio DRS, Andreas Blum, als neuer Vorsitzender der Finanzierungskommission für die Hilfsprogramme (Cofi) gewonnen werden. Dieses elfköpfige Gremium nimmt die Zuteilung der Spenden auf Projekte der angeschlossenen Hilfswerke vor und spielt damit eine zentrale Rolle innerhalb der Glückskette.
Wie an der Medienkonferenz vom Montag weiter ausgeführt wurde, unterstützt die Glückskette zurzeit 282 Hilfsprojekte in 61 Ländern. Es handelt sich dabei sowohl um Sofort- und Nothilfe, Rehabilitations- und Wiederaufbauprojekte wie auch um längerfristigere Unterstützungen in Form von Patenschaftsprojekten für Kinder und Jugendliche. Die letzten fünf grossen Sammelkampagnen, die innerhalb von 15 Monaten rund 130 Millionen Franken einbrachten, zielten auf die Hungerkatastrophe in Südsudan, die Wirbelsturm-Katastrophe in Zentralamerika, die Lawinen- und Hochwasserkatastrophen in der Schweiz, die Lage der Vertriebenen aus Kosovo sowie auf die Erdbebenkatastrophe in der Türkei. Die beiden jüngsten Aufrufe zu Gunsten der Opfer der Überschwemmungskatastrophe in Venezuela und der Opfer des Orkans “Lothar” in der Schweiz ergaben bisher 2,8 beziehungsweise 1,2 Millionen Franken. Der Glückskette-Fonds “Unwetter Schweiz” verfügt zurzeit über rund 4,5 Millionen Franken für Soforthilfe.
Gemäss einem Langzeitvergleich über die Jahre 1991 bis 1999 wurde bisher knapp jeder fünfte gesammelte Franken der Glückskette für Hilfe in der Schweiz eingesetzt. Dies entspricht bei einem Sammelergebnis von insgesamt 330 Millionen Franken einem “Schweizer Anteil” von rund 64 Millionen Franken. Die Spenden werden laut Glückskette zu 100 Prozent und ohne Abzüge für Hilfeleistungen an Notleidende eingesetzt, die vertraglich gebundenen Partnerhilfswerke dürfen höchstens zehn Prozent Projektbegleitungskosten geltend machen. Wie es an der Medienkonferenz hiess, arbeitet die Glückskette als permanentes Sammelsystem und als humanitärer Arm der SRG SSR idee suisse zurzeit mit über 20 Schweizer Hilfswerken zusammen. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft qualitativ, jedoch nicht quantitativ weiter ausgebaut werden.
SRI und Agenturen
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