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Halsband von Luchs Raja bei Razzia gefunden

Freilebende Luchse kommen in der Schweiz nicht überall gut an. Keystone

Polizei und Wildhüter haben Ende vergangener Woche in Lauenen (BE) den Sender des verschollenen Luchsweibchens "Raja" im Kofferraum eines Autos aufgefunden. Das Leben von Raja konnte im Internet verfolgt werden.

«Raja» und «Tito» waren die beiden Luchse, deren Leben über Internet verbreitet wurde. «Tito» war am vergangenen 10. August tot im Berner Oberland auf der Strasse zwischen Adelboden und Frutigen aufgefunden worden. Höchstwahrscheinlich war er überfahren worden. Man nimmt an, dass auch Raja nicht mehr lebt.

Bei zwei Personen in Lauenen wurden Hausdurchsuchungen zur Sicherstellung von weiterem Beweismaterial durchgeführt, wie Peter Jüsy vom Berner Jagdinspektorat am Montag (02.10.) zu einem Bericht der «Berner Zeitung» (BZ) bestätigte.

Der Fall liege jetzt beim Thuner Untersuchungsrichteramt, sagte Jüsy. Einer der Betroffenen sagte laut BZ, sie hätten den Sender vor rund drei Monaten im Nest von «Raja» gefunden. Doch dann hätten sie den Sender im Auto vergessen.

Dass sich «Raja» selbst von ihrem Sender befreit hat, könne er sich nicht vorstellen, sagte Andreas Ryffer vom Luchsprojekt Kora auf Anfrage. Er halte es deshalb für sehr unwahrscheinlich, dass «Raja» noch lebe. Laut Kora sind im laufenden Jahr mindestens neun Luchse ums Leben gekommen. Sechs seien keines natürlichen Todes gestorben.

Seit der Luchs vor etlichen Jahren in der Schweiz angesiedelt wurde, sind die Meinungen darüber geteilt. Vor allem Schafhalter fürchten um ihre Tiere und bekämpfen den Luchs.

Ohne den Fall «Raja» sind in den Kantonen Bern und Waadt im laufenden Jahr mindestens sechs Luchse Wilderern zum Opfer gefallen. Bereits am 19. September wurde in der Aare bei Rubigen bei Bern das abgeschnittene Senderhalsband des
Luchsmännchens «Tell» gefunden, am 23. Juni am Niesen ob Wimmis jenes des Luchsweibchens «Jule».

Im März wurden im Kanton Waadt ein Luchsin und ihre beiden Jungtiere vergiftet aufgefunden. Im Februar erhielt das Amt für Natur des Kantons Bern von einem anonymen Absender vier abgeschnittene Luchspfoten zugeschickt. Die Täter konnten trotz eingeleiteter Untersuchungen bisher in keinem der Fälle
ermittelt werden.

swissinfo und Agenturen

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