Internationale Alpentöne
Zum zweiten Mal findet am kommenden Wochenende in Altdorf das Internationale Musikfestival Alpentöne statt. Angesagt ist eigenwillige Musik aus dem Alpenraum.
Aus der überbordenden Festival-Landschaft ragt Alpentöne heraus, weil es zwei Elemente verbindet, die sonst sorgsam getrennt werden: Die Tradition der Musik in den Alpen einerseits – zeitgenössische und experimentelle Musik anderseits.
Verantwortlich für diesen Mix ist als Künstlerischer Leiter des Festivals der aus der Schweiz stammende, in Wien wirkende Mathias Rüegg («Vienna Art Orchestra»). Er fordert eigenwillige Auseinandersetzung mit überlieferten Musikformen, die zu überraschenden künstlerischen Resultaten gelangt.
Daneben kommt aber auch traditionelle einheimische Musik nicht zu kurz: Rüegg: «Wir wollen nichts ausschliessen – ausser der Musikantenstadl-Ästhetik.»
Zwischen Bewahrung und Öffnung
Die erste Auflage von Alpentöne stiess 1999 in der Schweiz und im angrenzenden Ausland auf grosse Beachtung. Selbst bei der einheimischen Bevölkerung lösten die Konzerte ein aussergewöhnliches Echo aus. Der Wunsch nach einer Fortsetzung war da.
Auch der Altdorfer Gemeinderat steht hinter dem Anlass. Er sieht das Festival als Zeichen der Öffnung über bestehende Grenzen und Kulturen hinweg, zudem als Imageträger für Altdorf und Uri.
Das Festival, so Gemeindepräsident Markus Züst, ermögliche die Auseinandersetzung mit unseren musikalischen Wurzeln und zugleich die Begegnung mit europa-weiten musikalischen Entwicklungen: ein «Brückenschlag zwischen bewahrenden und sich öffnenden Kräften».
Über 20 Konzerte
Auch diesmal stehen Formationen aus sechs Nationen (Slowenien, Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz) im Vordergrund. Über 20 Konzerte auf drei Bühnen sind angesagt, dazu am Sonntag ein Klangspaziergang im Reuss-Delta.
Aus der Schweiz sorgen u.a. das Collegium Musicum Uri, Büne Huber, Corin Curschellas, Hans Kennel und «Stimmhorn» für musikalische Weitsicht. Für den erweiterten alpenländischen Streifzug sorgen u.a. Milko Lazar (Slowenien), Franco d’Andrea (Italien), die französische Bigband ODEJY und Mnozil Brass aus Wien.
Ergänzend dazu werden «im Winkel» unter dem Titel «Gletscher Klangstrom» Klanginstallationen und Musikperformances gezeigt. Im Haus der Kunst ist unter dem Titel «Bergland» eine Ausstellung mit Werken des Malers und Grafikers August Babberger und der Fotografen Heini Stucke und Christof Hirtler zu sehen.
Im Rahmen des Festivals präsentiert das Schweizer Fernsehen DRS die Premiere des Films «In Land» des Westschweizer Regisseurs Pierre-Yves Borgeaud mit dem Duo «Stimmhorn».
swissinfo und Agenturen
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