Justizdirektor Aliesch: Bündner FDP schlug Wahlkampfspende aus
Die Bündner FDP ist vorsichtiger gewesen als ihr Regierungsrat: 1998 hat es die Partei abgelehnt, von Geschäftsmann Panagiotis A. Papadakis eine Spende für den Wahlkampf von Peter Aliesch für dessen Wiederwahl in den Regierungsrat entgegen zu nehmen.
«Wir wollten verhindern, dass jemand einen Interessens-Konflikt im Zusammenhang mit Aufenthalts-Bewilligungen konstruieren kann», bestätigte der damalige FDP-Kantonalpräsident Christian Walther einen Bericht der «Südostschweiz» vom Samstag (28.07.). Er habe persönlich davon abgeraten, sagte Walther.
Walther betonte aber, die FDP habe nie das Gefühl gehabt, mit den Geschäften des Griechen, der des Betrugs verdächtigt wird, könnte etwas nicht stimmen. Papadakis sei ein hoch angesehener Geschäftsmann gewesen.
Justizkommission tagt am 9. August
Die Justizkommission des Grossen Rates (Legislative des Kantons Graubünden) wird sich erstmals am 9. August mit dem Fall Aliesch befassen. Wie deren Präsidentin Barla Cahannes sagte, ist der Justizdirektor inzwischen von der Kommission aufgefordert worden, schriftlich Stellung zu nehmen.
Der Grosse Rat wird voraussichtlich in der nächsten ordentlichen Session, die am 8. Oktober beginnt, auf Antrag der Kommmission über die Immunität des Justizdirektors entscheiden. Dass Aliesch die Aufhebung ausdrücklich wünscht, habe auf den Entscheid des siebenköpfigen Gremiums keinen Einfluss, sagte Cahannes.
swissinfo und Agenturen
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