Musiker-Legende wird 80
Der Schweizer Jazz-Musiker Hazy Osterwald feiert seinen 80. Geburtstag. In den 50er und 60er Jahren schrieb er Musikgeschichte mit seinem Sextett.
Der «Kriminaltango», 1959 veröffentlicht, verkaufte sich 900’000 Mal und wurde zum Musikdenkmal zu Beginn der Roaring Sixties. Dabei war die Karriere Osterwalds in der Musik nicht vorausbestimmt gewesen.
«Meine Mutter wollte einen Konzertpianisten in der Familie, aber ich war lieber auf dem Fussballplatz», erinnert sich Osterwald im Gespräch mit swissinfo. «Nach drei Jahren kam die Lehrerin zu meiner Mutter und sagte: ‚Frau Osterwald (ganz genau Osterwalder), ihr Sohn übt nicht und hat kein Talent, sie müssen ihn nicht mehr schicken‘.»
Erst mit 15 Jahren packte es ihn wieder: «Einige Schulkameraden gründeten eine Band, ihnen fehlte ein Pianist, da dachte ich: ‚das wär doch was‘.» Beim Vorspielen dann die Enttäuschung: zu schlecht für die Schulband.
‚Nach einem Monat konnte ich nochmals vorbei, da hatte ich jeden Tag geübt. Ein Jahr später leitete ich die Band», sagt der Musiker Osterwald.
Zuerst keine Auftritte in Deutschland
1944, noch während dem zweiten Weltkrieg, hatte seine Band den ersten Auftritt in Lausanne. Schnell zog es ihn ins Ausland: 1949 hatte sein legendäres «Hazy-Osterwald-Sextett» seine Premiere in Paris.
«In Deutschland wollten wir kurz nach dem Krieg noch nicht spielen, doch war es eine spezielle Freude zu hören, dass wir auch dort geschätzt wurden.»
«Gehn sie mit der Konjunktur»
1960 folgte dem «Kriminaltango» der «Konjunktur Cha-Cha» mit beinahe ebenso grossem Erfolg, 1966 als weiterer Hit «Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt».
1970 erfolgte die erste von mehreren US-Tourneen, nun als neue Formation «Hazy Osterwald Jetset». Und an drei Olympiaden war Hazys Band offizielles Olympia-Orchester: 1964 und 1976 in Innsbruck, 1972 in München.
«Ältere Musiker fragen»
Wenn der Trompeter und Vibraphonist auf seine Karriere zurückschaut, gibt er jungen Musikerinnen und Musikern folgenden Rat: «Sie sollen die älteren Musiker fragen, die helfen gerne.» Junge sollten nicht den Verlockungen der Plattenfirmen verfallen und Musik machen, die sie schnell langweilig werde: «Diese Musik hat kein Herz und keine Seele.»
Philippe Kropf und Agenturen
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