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Paul Klee, mehr als ein Maler

Die Wogen im Berner Bilderstreit haben sich - vorläufig - geglättet. swissinfo.ch

Noch vor seiner offiziellen Eröffnung im nächsten Jahr feiert das Berner Zentrum Paul Klee den 125. Geburtstag "seines" Künstlers.

Kurz vor den Feierlichkeiten ist es im Streit um die Klee-Bilder des Kunstmuseums Bern zu einer Einigung gekommen.

«Paul Klee war nicht nur Maler, er war auch ganz viel anderes mehr», sagt Andreas Marti, Direktor des Zentrums Paul Klee (ZPK) in Bern gegenüber swissinfo. Das soll das Programm der Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag des Künstlers nun verdeutlichen.

Produktionen aus sechs verschiedenen Disziplinen widmen sich wichtigen kulturellen Ereignissen, die während den letzten 125 Jahren prägende Akzente gesetzt hatten.

Mit einem klassischen Konzert, einer literarische Soirée, einer Film-Retrospektive, einem Rock-Event, einem mehrteiligen Jazz-Konzert und einer Multimedia-Show werden praktisch alle Sparten der Kultur berücksichtigt – bis auf die Malerei.

Bilder ausgenommen

Das Programm blendet die bildende Kunst bewusst aus. Diese Disziplin wolle man sich für die Eröffnung des ZPK am 20. Juni 2005 aufsparen, so Marti. «Wir möchten das Publikum auch ein wenig neugierig machen auf die Kunst von Paul Klee.»

Die Produktionen entstanden in Zusammenarbeit mit anderen Berner Kulturschaffenden. Damit habe man auch das Selbstverständnis des ZPK als Institution, die alles verbinde und über die Disziplinen hinweg arbeite, in den Vordergrund gerückt, erklärt Marti weiter.

Mit dem Anlass signalisiere das ZPK auch seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen Institutionen in Bern, ergänzt Christoph Reichenau, Vorsteher der Abteilung Kulturelles der Stadt Bern. «Damit konnten auch Konkurrenzängste abgebaut werden.»

Bilderstreit beigelegt

Kurz vor den Geburtstagsfeierlichkeiten konnte der Bilderstreit beigelegt werden, der die Stadt Bern während Monaten in Atem gehalten hatte. Erst am Montag ist es zu einer Einigung im Streit um 40 Klee-Bilder im öffentlichen Besitz des Kunstmuseums Bern (KMB) gekommen.

Der Gründer und Mäzen des ZPK, Maurice E. Müller, hätte sich eine Überführung dieser Bilder ins ZPK-Depot gewünscht. An seine Forderung hatte er die Freigabe von 10 Mio. Franken für die Fertigstellung des ZPK-Baus geknüpft.

Dies, obwohl im letzten Sommer vereinbart worden war, dass die Bilder im KMB-Depot bleiben und die beiden Institutionen ihre Bilder gegenseitig mit Vorzugsbehandlung ausleihen würden.

Die Geschäftsprüfungs-Kommission des kantonalen Parlaments ihrerseits hatte daraufhin gedroht, ein Gesuch der Stiftung Paul Klee für einen Unterstützungsbeitrag in der Höhe von 7,9 Mio. Franken zu sistieren, sollte Müller nicht einlenken.

Start wirklich entlastet?

Am Montag gab Müller bekannt, er sei «im Interesse der Sache» gewillt, die 10 Mio. an die Investitionskosten «ohne weitere Bedingungen» auszuzahlen.

«Wir haben festgestellt, dass die Diskussion unseren Start belastet», kommentiert Marti. Schliesslich handle es sich nur um ein Prozent der Sammlung des ZPK, die mehr als 4000 Bilder umfasse. «Für uns ist der Streit zu Ende. Erledigt.»

Auch Kultursekretär Reichenau ist erleichtert. «Die Beilegung ist jetzt ein ganz positives Zeichen dafür, dass man sich wieder auf die Sache konzentrieren kann und nicht auf rechtliche Streitigkeiten.»

Ausserdem hofft er, dass die Einigung auch dem zweiten grossen Berner Projekt nütze, der geplanten Abteilung für Gegenwartskunst des KMB. Ein weiteres Kapitel in Berns Kulturgeschichte, das noch nicht fertig geschrieben ist.

swissinfo, Nicole Aeby

1879 Am 18. Dezember wird Paul Klee in Münchenbuchsee geboren. Im selben Jahr zieht die Familie nach Bern, wo Klee seine Kindheit und Jugend verbringt.
1898–1902: Nach seinem Studium an der Münchner Kunstakademie kehrt Klee nach Bern zurück.
1906–1933: Klee zieht nach Deutschland und unterrichtet am Bauhaus. 1933 wird er von den Nationalsozialisten als «entarteter Künstler» diffamiert und kehrt in die Schweiz zurück.
1940: Klee stirbt am 29. Juni in Locarno-Muralto.

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