Schawinsky: Stellenabbau und Mediendiskussion
Tele 24 und TeleZüri bauen 55 bis 80 Stellen ab. Die beiden Privatfernsehen von Roger Schawinskis Belcom-Gruppe reagieren damit auf den massiven Rückgang der Werbeeinnahmen, teilte Tele 24/TeleZüri am Freitag (10.08.) mit.
Die Rahmenbedingungen für Privatfernsehen in der Schweiz seien völlig unbefriedigend. In der Mitteilung wird auch der Schweizer Medienminister Moritz Leuenberger kritisiert, der sich nur für eine starke SRG ausspreche und sich im Hinblick auf das neue Radio- und Fernsehgesetz nicht für eine vielfältige TV-Landschaft interessiere.
Die Erwartungen auf faire Bedingungen gegenüber den ausländischen Werbefenstern seien damit über das Jahr 2004 hinaus nicht erfüllt worden.
Schawinski hatte in den vergangenen Monaten immer wieder angedroht, gegen die Werberichtlinien für Privatfernseh-Betreiber zu verstossen. Im vergangenen Mai waren bei Tele 24 drei Sendungen gestrichen und Mitarbeiter entlassen worden. Zudem waren in letzter Zeit Gerüchte über einen Verkauf der Belcom-Gruppe an die Tamedia in Umlauf geraten.
Sozialplan gefordert
Der Stellenabbau bei Tele24/Tele Züri ist von den Gewerkschaften erwartet worden. Überrascht zeigten sie sich jedoch über den Umfang von bis zu 80 Stellen. Jetzt müsse Roger Schawinski mit ihnen über einen Sozialplan verhandeln, fordern sie.
UVEK bedauert und weist Beschuldigung zurück
Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bedauert die Entwicklung bei Tele24/Tele Züri, weist aber die Vorwürfe Roger Schawinskis zurück. Das Departement macht die Kleinheit des Schweizerischen Medienmarkts sowie die ausländische Konkurrenz für die Probleme des Privatsenders verantwortlich. Diese Risiken seien Schawinski von Anfang an bewusst gewesen.
Untätige Regierung
Der Personalabbau sei eine Konsequenz der Untätigkeit des Bundesrates in Bezug auf eine freiheitliche Werbeordnung für elektronische Medien, teilte die Schweizerische Volkspartei, SVP mit. Nur eine umgehende Neuordnung, bei der die Restriktionen für Unterbrecher-Werbung gelockert würden, könnten das Überleben privater Fernsehanbieter garantieren.
Die CVP bedauerte in einer Mitteilung den Stellenabbau und forderte ein Gebührensplitting sowie gerechte Bedingungen im Werbebereich für private Anbieter. Der Bundesrat solle in diesem Sinne die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) vorantreiben
swissinfo und Agenturen
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